Dienstag, 7. Dezember 2010

Lyrikübung 5

Der Baum er weht im Wind ganz still
und weil ich gar nicht lernen will,
dreh ich mich um und ruf dich an,
weil ich mir nichts mehr merken kann.

Ich sitze hier und schreibe Zeil`n,
wie soll ich das verein`?
Der Kopf ist leer, mir fällt nichts ein,
was kann so schwierig sein?

Müllers Tochter schreibt stehts Reime
emsig Arbeit kennt sie keine.
Blickt umher, gannz munter,lieblich,
Vater eilt, ist doch so friedlich.

Gottfried ist der beste Schwimmer,
zackig, quirrlig, furchtbar schnell,
scheint er manch eim`wie ein Spinner,
hat er doch ein dickes Fell.


Einige Gedanken:
Ich hatte meine Bedenken und Schwirigkeiten mit dem Jambus.-Dem fünfhebigen Jambus!
Ich erinnere mich wie ich jedes mal nur auf vier betonte Silben kam,und endlich,
da ist er: der vierhebige Jambus. Das schreiben fiel mir sichtlich einfacher und auch das reimen machte mir wenig Mühe. Ich fühlte mich plötzlich in einem Takt, als ob es "klick" gemacht hätte.
Ich glaube aber, dass es nicht daran lag,dass ich geübt hatte, sondern, dass dies eher mein "Stil" ist. Der Trochäus machte das Ganze dann noch besser. Ich glaube der Trochäus ist mein Metrum, wenn man das so sagen kann. Ich fühle mich mit ihm wohl, die Sätze scheinen mir zuzufliegen und er klingt schön.

Diese Übung hat mir bereits viel mehr Spass bereitet wie Letztere.

Gedichte sagen viel über einen Menschen aus und jeder Mensch hat seinen eigenen Stil und ich finde, dass jener in From von Gedichten sehr stark zur Geltung kommt, eben auch durch die Metrik, Kommas, Hebungen usw.

Dienstag, 30. November 2010

und noch einmal Jamben

Und wieder weht der Wind von allen Seiten, /
es ist ein kalter, nasser Wintertag.

Er strahlt vor Freude, lächelt fröhlich singend, /
Man wusste nicht, dass es Fassade war.

Es dunkelt ein, die Tiere rennen heim. /
Sie wussten, nächtlich, ist`s oft super kalt.

Der Mann steht da, er sieht sich langsam um, /
Man ahnt nicht was er heimlich böses plant.

Die Leute gehen langsam zu den Stühlen, /
und draussen hört man leise Spatzen pfeifen.



Von allen Seiten: die Winde wehen immer
im Winter. Es ist schrecklich kalt und nass.


Er strahlt. Die Freude lässt ihn lauthals singen,
lächeln, tanzen springen schreien, fröhlich. Ich weiss, dass es nicht korrekt ist,
doch ich fand nichts besseres.

So super kalt ist es. geschwind bei Nacht
die schlauen Tiere solln` schnellstmöglich heim.


Was er wohl heimlich plant? Ein Mann steht da
und sieht sich langsam um. Was ahn ich da?

Die Spatzen pfeifen draussen leise, Leute
gehen langsam zu den gelben Stühlen




Bitte nicht benoten!

Donnerstag, 25. November 2010

Jamben

Wer fröhlich ist und gerne lacht, der hat
bestimmt sein Glück gemacht. Er geht durchs Leben
mit viel Kraft und hat so schon viel geschafft.

Frau Müller hält glücklich ihre Rede.

Die grossen Brüder, die die Blumen malen.

Das lachende Kind erzählt seine Träume.

Die singenden Tauben gurren aus Liebe.

Das Klirren der Scherben, ist unerträglich.

Die blinde, schwarze Kuh, steht auf der Wiese.

Das bunte Bild gehört dem Herrn Jansen.

Ohne zu schauen, geht man nicht rüber.

Liebend zu leben, ist eine Tugend.
Traurig zu geben, zeigt deine Stärke.

Ohne zue glauben, lebt man alleine.

Lieben heisst nehmen und zurückgeben.

Der Papagei ist ein lustiges Tier.

Die Oma und der Opa kochen gerne.

Das Telefon ist eine neue Sache.

Der Orangutan ist (k)ein Menschenaffe.

Das Leben im Jungel ist nicht einfach.

Die göttlichen Dinge sind unbezahlbar.

Die klagenden Seelen haben es schwer.

Sonntag, 14. November 2010

Inventur-eigener Versuch

Dies ist mein Etui
voller Stifte
es hat so geglänzt
als ich es sah

Mein Handy mein Ipod
es ist eine Liebe
so einsam wenn sie
nicht um mich sind

Hier meine Hefte
wie kann ich sie zählen
schreib doch so fleissig
in sie hinein

Schau meine Tasche
hier liegen die Sachen
benennen mich mehr
als mein Name es tut

Eine Tasche spiegelt mein Alltag
ich stämme sie mühsam
Tag für Tag

Montag, 11. Oktober 2010

Arbeitsjournal 6-Reflexion

Na endlich! Die ganze Sache wird mit dem letzten Punkt in diesem Blogeintrag beendet sein! Halleluja!!!

Diese sieben Wochen waren ziemlich speziell. Man musste sich an der Nase nehmen, Disziplin war gefragt!
Diese Disziplin aufzubringen, war nicht immer einfach, vor allem dann nicht, wenn andere sich Woche für Woche freie Nachmittage gönnten. Wir mussten uns immer wieder daran erinnern, dass dies hoffentlich auch Auswirkung auf die Noten haben wird, oder die Arbeit ganz einfach zu Hause erledigt werden muss.
Ich muss dazu aber sagen, dass auch wir teilweise davon profitierten. Vor allem in der letzten Woche. Da wir so unglaublich im Stress waren, mit vielen Prüfungen und dieser Schnappsidee noch kurz eine Biografie schreiben zu müssen, kam es uns zu gute, dass wir unseren Zeitplan strikt eingehalten hatten, und bereits eine Woche vor Abgabetermin fertig waren. Somit konnten wir jenen Dienstagnachmittag für die allseits geliebte Mathematik aufwenden.

Ich erwähnte bereits in einigen Arbeitsjournalen, dass die Zusammenarbeit sehr zeitrauben und ermüdend war, obwohl wir uns gut ergänzten. Die Unsicherheit, dass es dem anderen nicht gefällt, bleibt. Manchmal hätte man lieber einfach nur geschrieben, einfach was einem einfällt, ohne jegliches Nachfragen, aber vielleicht auch ohne gute Einwände oder Verbesserungsvorschläge.

Eine weitere Schwierigkeit entstand, wenn jemand krank war. Leider war dies in meiner Gruppe zwei Mal der Fall und wir mussten übers Telefon an die Sache ran.

Wie Chiara bereits in ihrer Reflexion schreibt, finde auch ich ein mündliches Feedback um einiges sinnvoller, vor allem auch, weil nicht alle Klassen dieses letze Arbeitsjournal verfassen müssen und somit jegliche Punkte bei der Diskussionsrunde wiederholt werden !Ausserdem, hatte ich bereits viele Punkte in den letzen Arbeitsjournalen eingebracht, da dies doch Teil der Aufgabe war? Mit diesem Punkt komme ich bereits zu einem nächsten negativen Aspekt.

Meiner Meinung nach wurde uns zu wenig gesagt, was eigentlich verlangt wird; sowohl im Arbeitsjournal, als auch in der Reportage selbst.
Nur wenige Anhaltspunkte wären eine enorme Hilfe gewesen. Ich weiss nicht ob dies Teil des selbstorganisierten Lernens hätte sein sollen, oder ob es ganz einfach am Zeitmangel lag. Ich hoffe auf die zweite Variante.

Etwas mühsam fand ich auch die ersten 3 Lektionen, es wurde unglaublich viel, aber vor allem unglaublich unnützes Zeug geredet (dabei spreche ich keines Wegs von Ihnen, Herr Lutz). Dabei ging wertvolle Zeit verloren, die für wichtige informelle Dinge hätte verwendet werden können!

Um auch noch etwas Positives zu nennen, muss ich sagen, dass mir das Blatt, das verteilt wurde, sehr geholfen hatte, da es der bevorstehenden Arbeit etwas Struktur verlieh, und einen etwas durch die ganze Sache durchführte. Sehr zufrieden war ich auch mit den Themen. Ich hätte wohl jedes Thema wählen können, mir sind von Anfang an zu jedem einzelnen tausend Ideen eingefallen.

Nun aber doch noch zum fettesten Minuspunkt: das berühmt-berüchtigte Arbeitsjournal!

Ich weiss, Sie hören das wahrscheinlich immer und immer wieder und Sie denken sich dabei immer und immer wieder, dass wir ganz einfach den Nutzen daran nicht erkannt haben!

Ehrlich gesagt, weiss ich nicht genau ob ich ihn erkannt habe. Einerseits sehe ich durchaus ein, dass eine wöchentliche Schreibübung Sinn macht. Ich sehe jedoch auch, dass sie sehr viel Aufwand und Geduld benötigt, vor allem wenn sie knallhart benotet wird.
Auch, dass man Gedanken festhält und sich überhaupt bewusst wird, was man entdeckt hat, finde ich einen guten Aspekt, der mir schlussendlich auch bei dem Verfassen der Reportage geholfen hat, da ich all diese Gedanken bereits einmal aufgeschrieben und durchdacht hatte. Doch andererseits weiss ich bis heute nicht, was sie genau wollten!?

Ich übertreibe nicht, wenn ich Ihnen sage, dass ich mir wirklich Mühe mit diesem Arbeitsjournal gegeben habe. Sie verstehen sicher, dass es dann eine ziemliche Enttäuschung ist, für den Aufwand eine 4.5 zu erreichen, während andere Klassen mit 10 Zeilen Tagebuch, Noten klar über 5 absahnten. Ich hörte von vielen kassenübergreifenden Gruppen, dass sie das Arbeitsjournal zusammen verfasst hatten und für quasi identische Texte völlig verschiedene Noten bekommen hatten.
Ebenfalls beschäftigte mich den Vergleich von Noten und den dazugehörigen Texten innerhalb der Klasse. Während ich in sehr gut benoteten Texten vor allem ein Tagebuch und eine Aufzählung des Stundenplans fand, las ich Texte, bei denen wirklich das Deutschprojekt im Zentrum stand, die nicht sehr gut benotet waren. Wie gesagt, für mich, und ich denke für sehr viele andere, war nicht klar, was genau verlangt wird!

Ich freue mich, dass wir den Text beendet haben und ich finde er ist gut herausgekommen, ausserdem bin ich durch unsere Themenwahl auf etwas aufmerksam geworden, dass auch ich vorher oft übersehen hatte, ich mache mir nun öfter Gedanken und ich hoffe wir geben diese Gedanken durch unseren Text einigen Leuten weiter.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Arbeitsjournal 6-endlich naht ein Ende

Da Cristiana am Dienstag leider krank war, beschlossen wir unsere Reportage per Telefon zu Ende zu schreiben. Obwohl wir ein ganzes Stück weiterkamen, fehlte uns ca. eine halbe Seite. Wir begannen zu überlegen, was wir noch einfügen könnten, doch es wollte uns nichts einfallen. Natürlich, wir könnten ein weiteres Beispiel zu unserem Thema nennen (da gäbe es tausende), aber irgendwie wäre das langweilig.

Als ich neben Chiara und Milena im Aquarium sass, sie arbeiteten gerade an ihrer Reportage, hörte ich, dass sie ihre Meinung einbauten. Sofort rief ich: "Hey, dass def mer imfall gar nöd!" Doch Chiara erklärte mir, dass sie gefragt hatten, und es durchaus erlaubt sei.

Nun stellte sich mir eine wichtige Frage: "Häää?"

Hatte ich etwa nicht zugehört? Man hatte uns doch eingetrichtert, dass die eigene Meinung in einer Reportage nicht angebracht ist. Man solle neutral schreiben, gerade so, dass der Leser sich seine Meinung frei bilden kann und soll. Und nun soll man das doch dürfen?

Ich wusste nicht mehr so recht was ich denken sollte und ehrlich gesagt fand ich es ein wenig blöd. Wir hatten so viel über Reportagen gehört und ich hatte mir das auch eingeprägt. Als ich dann mit Cristiana an unserem Text gearbeitet hatte, hatte ich stets versucht mich möglichst genau an die "Regeln" zu halten. Wir verbrachten etliche Minuten damit, uns einen Satz zurechtzulegen, ohne zu viel zu verraten oder ohne eine Meinung durchblicken zu lassen. Wenn man genau sein will, ist das nämlich sehr anstrengend!
Und jetzt plötzlich heisst es, man darf das?
Aber, wie unterscheidet sich dann eine Reportage von einem normalen Text? Ich kann mir jetzt noch weniger darunter vorstellen. Vorher hatte ich wenigstens eine kleine Ahnung davon, was eine gute Eeportage ausmacht, aber jetzt, weiss ich noch weniger, was ich darf und was nicht.

Da uns, wie bereits erwähnt, noch Text fehlte, schrieb ich Herrn Lutz also eine Mail, um zu fragen, ob wir unsere Meinung auch einbringen dürfen.

Die Antwort kam in Form eines Textes, der mir Lesestoff für die gesamten Ferien lieferte: Ja, es sei erlaubt, manchmal sogar notwendig!

Was heisst denn das schon wieder? Woher weiss ich nun, ob mein Text eine Meinung benötigt oder nicht?

Ich bin ziemlich verwirrt. Uns wurde das alles, gar nicht mitgeteilt und für mich persöhnlich, hätte sich der Text anders entwickelt, hätten wir von Anfang an mehr Informationen zum Schreibstil Reportage gehabt. Ich werde diesen Punkt natürlich dann in der Reflexion zum Projekt noch genauer ausführen.

Nun, ich sitze immer wieder vor dieser Reportage und möchte dieses ganze Projekt nun endlich abschliessen. Ehrlich gesagt, habe ich so langsam richtig die Nase voll!
Leider muss ich mich aber noch ein wenig gedulden, da ich Cristiana momentan nicht erreichen kann.
Aber langweilig wird mir bestimmt nicht, es wartet noch ein Berg von unerledigten Dingen auf mich.
Juhuuu!

Samstag, 25. September 2010

Arbeitsjournal 5

Wir setzten uns am letzten Dienstag wieder in die Mensa. Doch diesmal würde alles beginnen. Wir würden nun unsere ersten Zeilen schreiben! Ich war aufgeregt und ich gebe zu, dass ich so meine Bedenken hatte.
Was, wenn wir uns nicht einigen könnten? Was, wenn wir merkten, dass wir zu wenig hatten? Ausserdem hatte ich ein wenig Angst vor dem Begriff "Reportage". Natürlich, wir hatten uns einen ganzen Morgen mit dem Textaufbau und Stil beschäftigt; unsere damaligen Reportagen wurden analysiert und man sagte uns, was man verbessern könnte und was nicht in eine Reportage gehörte. Aber das war lange her, ich hätte mir eine auffrischung gewünscht.(Um ein wieder ein wenig ins Thema zu finden, besprachen wir vor dem schreiben noch einmal, was uns in Erinnerung geblieben war, doch es blieben offene Fragen zurück.)
Vor allem machte ich mir Gedanken über die Beschreibung. Ich habe bereits im letzten Arbeitsjournal erwähnt, wie heftig uns die Beschreibung ans Herz gelegt worden war. Nun fragte ich mich: Wie weit reicht denn das?
Darf ich schreiben: "Die Frau hatte rote Haare",?-Oder musste ich schreiben: "Die Haare besassen den Farbton einer reifen Tomate", ?
Ich überlegt mir weiter, dass wenn ich tatsächlich die zweite Variante verwenden müsste, dass sich dann Beschreibungen bis ins Unendliche ziehen können! Ich war verwirrt und ich wusste nicht mehr recht, was ich nun durfte bzw. sollte, und was nicht.
Der Hintergedanke etwas falsches zu machen blieb die ganze Zeit als wir schrieben.
Immer wieder fragte ich Cristiana, nachdem sie mir einen Satz präsentiert hatte, der wirklich zutreffend war und mir auch sehr gefiel: "Aber, dürfen wir das schreiben?- Meinst du nicht wir müssen es umschreiben, ist da nicht zu viel Information gegeben?"

Ehrlich gesagt war ich nicht sehr glücklich mit diesem Hintergedanken schreiben zu müssen. Ich will eine möglichst gute Reportage schreiben. Erstens, weil ich eigentlich immer genau das als Beruf machen wollte, und zweitens, weil ich nicht einen allzu tollen Schnitt im Arbeitsjournal habe, mir also keine schlechte Note erlauben darf und will.

Ich weiss nicht wie es anderen ergangen ist, aber ich fühlte mich schon ein bisschen ins kalte Wasser geworfen, wenn man bedenkt, dass eine Reportage zu verfassen keines Wegs eine einfache Aufgabe ist!

Die zweite Schwierigketi war, dass wir zu zweit waren.
Ich schrieb bereits im ersten Arbeitsjournal, dass ich zuerst allein arbeiten wollte, entschied mich schlussendlich aber dagegen, da ich mir die Arbeit allein viel langweiliger vorstellte, und ich mir ein besseres Resultat erhoffte, wenn zwei Personen Ideen und Stil vereinen.

Letzteres wurde zur Schwierigkeit.
Ich traute mich beinahe nicht einen Satz einzutippen, ohne Cristiana nicht mindestens zweimal zu fragen, ob es so nun gut ist. Es ist nicht einfach zusammen zu schreiben, weil man immer glaubt, dem anderen gefällt es so nicht, oder er hätte es lieber anders.

Positiv war auch, dass wir definitiv genug "Stoff" gesammelt hatten und uns auch sehr gut einigen konnten. Meine anfänglichen Bedenken waren also unberechtig.

Allerdings bin ich mir ziemlich unsicher, ob unser Text dem entspricht, was sie verlangen. Deshalb bin ich sehr gespannt was sie sagen, nachdem wir ihnen den Text für ein erstes Feedback abgeben werden.(Nächste Woche)
Ich gebe zu, dass ich ziemlich Angst habe, dass wir die Aufgabe falsch angepackt haben.


Auch wenn ich mich mit Cristiana sehr gut verstehe und wir bei unseren Recherchen sehr viel Spass hatten, denke ich, wäre man sehr viel schneller allein vorwärtsgekommen.

Wir schrieben am Dienstag 1 1/2 Seiten und liegen somit gut im Zeitplan.
Doch wie gesagt, war das schreiben anstrengend und zeitaufwendig.

Trotzdem glaube ich, dass unser Text, durch unseren Austausch, besser wird.
Er spiegelt den Stil und die Persöhnlichkeit von uns beiden wieder und deshalb hat er, meiner Meinung nach, viel an Qualität dazugewonnen.

Sonntag, 19. September 2010

Arbeitsjournal 4-langsam ordnen sich die Dinge

Diesen Dienstag setzten wir, Cristiana und ich, uns direkt in der Mensa an einen Tisch und jede zeigte der anderen ihre Notizensammlung. Obwohl ich wusste, dass wir ziemlich viel angesammelt hatten, war ich überrascht wie viele Beispiele, die wir beobachtet und dann aufgeschrieben hatten, ich bereits wieder vergessen hatte.

Wir hatten beide zu Hause bereits damit begonnen, die einzelnen Beobachtungen etwas auszuformulieren und Ideen für den Textaufbau und Ablauf zu entwickeln, diese Dinge diskutierten wir ziemlich lange. Wir hatten beide sehr ähnlche Ansichten und waren ziemlich schnell total in der Sache vertieft. Wir begannen uns die Situationen auszumalen, wie wir sie beschreiben würden, suchten nach passenden Adjektiven, stellten uns die einzelnen Szenarien noch einmal vor und wollten am liebsten bereits losschreiben; doch es gab einen Haken: den Anfang.

Wie sollten wir beginnen?
Die mahnende Stimme von jener Frau..(ihr Name ist mir leider entfallen) , schien uns im Nacken zu hängen: "Mit den ersten Zeilen entscheidet sich, ob die Person weiterliest, oder nicht!"
Wie oft hatte man uns diesen Satz in den Kopf gepresst, so, dass er auch bestimmt im Langzeitgedächtnis lande! Das dies gelungen ist, habe ich hier ja gerade bewiesen, den Namen, den weiss ich längst nicht mehr, aber dieser Satz, und ihr Gesicht, ist mir geblieben!

Aber zurück zu unserem Problem: Wir überlegten und grübelten, doch alle Vorschläge schienen uns nicht gut genug.
Also beschlossen wir, uns noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, was die Frau uns gesagt hatte, und zwar nicht nur jenen einen Satz. Wir erinnerten uns zum Beispiel daran, wie sie uns erklärt hatte, dass man in einer Reportage so zu sagen eine Stimmung, Person usw. nur umschreibt, so, dass einem der treffende Begriff selber klar wird, wenn man den Text liest. Man beschreibt, aber man macht es dem Leser nicht allzu leicht.

Sobald wir unser Wissen wieder etwas aufgefrischt hatten, fiel es uns plötzlich leicht!
Wir fanden den perfekten Einstieg und konnten dann auch den weiteren Textablauf festlegen.

Das schwierige an unserem Thema war, dass wir vor allem Beispiele hatten. Wir liefen also Gefahr, unseren Text zu wissenschaftlich aufzubauen bzw. nur Beispiele ohne zusammenhang aufzuzählen!-Wo blieb da die "Verpackung"?
Ausserdem war es schwierig, seine Meinung zu den Beispielen nicht preiszugeben!

Schlussendlich fanden wir aber einge gute Lösung und waren sehr zufrieden mit unserer Arbeit, wir liegen super im Zeitplan.

Das nächste Mal werden wir nun definitiv schreiben. Mit diesem Anfgang kann nichts mehr schiefgehen.:)

Sonntag, 12. September 2010

Arbeitsjournal 3-und weiter gehts

Im dritten Deutschblock führten wir unsere Recherche weiter.
Wir gingen ins Sihlcity um dort weitere Situationen und Leute zu beobachten.
Wir stellten auch diesmal erstaunt fest, wie viel einem erst auffällt, wenn man sich darauf konsentriert. Es sind ganz kleine, eigentlich sehr traurige Dinge, die tagtäglich an uns vorbeiziehen, ohne, dass wir uns darüber Gedanken machen. Genau diese Dinge, wollen wir in userem Projekt zeigen, mit der Hoffnung, dass sich die Leute in Zukunft ihrem Verhalten mehr bewusst werden.

Was mir an unserer Recherchearbeit gefiel, war, dass mir, als ich die Leute so genau beobachtete, nicht nur die kleinen negativen Dinge auffielen, sondern auch die positiven. Wir Denken darüber nach, auch jene in unsere Arbeit einzubringen!

Nach wie vor, blieb die Schwierigkeit darin, den Moment zu erkennen, um ihn dann sofort auch möglichst genau aufschreiben zu können.

Ich merkte jedoch, dass ich mich bereits besser auf die wichtigen Dinge konsentrierte, es fiel mir leichter auszumachen, was für unsere Arbeit interessant war, und was nicht. Dies erstaunte mich.
Wir arbeiteten schneller und präziser, unsere Notizen wurden im Laufe der Zeit immer genauer und ausführlicher.

Zu Hause reflektierten wir noch einmal die Geschehnisse und überflogen die Notizen. Ausserdem fügten wir weitere Details hinzu und verbesserten bereits kleine Fehler.

Wir hatten uns entschlossen, dass jeder zu Hause auf den nächsten Dienstag Ideen für den Textaufbau, Einstieg, Stil usw. sammmeln soll,so, dass wir die Ergebnisse am Dienstag vergleichen, überarbeiten, diskutieren und vereinen können.

Diese Idee setzen wir um, da wir es für sinnvoll finden, dass jeder seine Ideen und seinen Stil in die Arbeit einfliessen lassen kann. So würden wir einen Text schreiben, der nicht einen Satz von mir und einen von Cristiana enthällt, sondern einen Satz, der von uns beiden zusammengestrickt wurde.

Somit werden wir am Dienstag vor allem mit Schreiben und Besprechen beschäftigt sein.

Freitag, 3. September 2010

Arbeitsjournal 2-erste Eindrücke

Es war also wieder Dienstag und wir begannen mit der Recherche.
Ich war gespannt. Da wir ein Thema haben, dass sich auf die Gesellschaft bezieht, nämlich die Risse in der Gesellschaft der Stadt, wusste ich nicht genau, nach was ich suchen musste. Wir wollten die Leute beobachten, ihre kleinen Fehler entdecken. Was, wenn wir nichts fänden?- Was, wenn es keine Fehler gäbe?

- Meine bedenken lösten sich in Luft aus, als wir uns nur schon ins Tram setzten. Wir gingen und fuhren durch die Stadt und erlebten mittendrin kleinere Skandale.(Genaueres über diese Skandale möchte ich hier aber noch nicht verraten)
Wir verbrachten 3 Lektionen in der Stadt, immer mit Notizblock und Stift bewaffnet. Was uns sehr half, war, dass wir zwischendurch immer verglichen, was wir aufgeschrieben hatten. Oft waren es verschiedene Sachen. Dies fand ich interessant, man merkte, dass jeder Mensch einen anderen Blickwinkel auf die Leute hat.

Ebenfalls versuchten wir uns an Orte zu begeben, wo wir auf viele spannende Ereignisse hofften.( Z.B: Grössere Plätze, die Bahnhofstrasse, Kaufhäuser usw.)Und diese Liste wird sich noch vergrössern. Ich war erstaunt, wie viel man entdeckt, wenn man sich mit Adlersaugen und gespitzten Ohren durch die Strassen schleicht.

Was mich auch überraschte war, dass mir, als ich meine Notizen am Abend noch einmal durchlas, später noch viele Kleinigkeiten mehr auffielen, die wir gesehen und vor Ort gar nicht als wichtige Situation wahrgenommen hatten.

Die Schwierigkeit bei der Recherche war, dass alles sehr schnell ablief. Oft wurde einem erst bewusst, dass etwas Gesuchtes passiert war, als der Moment bereits vorbei war. Die Feststellung unterstreicht für mich aber eigentlich nur, dass unser Thema sehr interessant ist. Wir suchen nach Fehlern in der Gesellschaft, die so alltäglich sind, dass wir sie nicht einmal mehr wahrnehmen.

Was ich mir notierte, beeindruckte mich und ich bin bereits gespannt noch mehr kleine Hässlichkeiten aufdecken zu dürfen.

Samstag, 28. August 2010

Arbeitsjournal 1: Planungsphase

Am Dienstag begannen wir das Projekt: Reportage.
Eigentlich hatte ich mich bereits dafür entschieden, allein zu arbeiten. Doch schlussendlich bildete ich eine Gruppe mit Cristiana. Diese Entscheidung traf ich, weil ich denke, dass wir ähnliche Ideen haben und wir unsere Schreibstile sehr gut vereinen können. Ausserdem verstehe ich mich mit ihr sehr gut und ich weiss, dass sie sich genauso für die Arbeit engagieren wird, wie ich.

Wir setzten uns zusammen und legten zuerst einmal unsere Grundidee zurecht. Wir hatten uns bereits, (ziemlich schnell), auf das Thema, Risse (in) der Stadt, geeinigt. Diese Entscheidung fiel uns beiden nicht schwer, da wir bereits weitergedacht hatten und uns jede Menge Ideen zu dem Thema in den Sinn kamen.

Wir entschieden uns also die Risse in der Gesellschaft in Zürich aufzuzeigen. Wir wollen festhalten, dass manchmal alles perfekt scheint und es dann kleine Dinge sind, die das Bild auseinander reissen können.

Als nächstes erstellten wir einen Zeitplan, den ich hier zeigen möchte:


Woche 1:


  1. Vorgehen planen

  2. Aufteilung der versch. Recherchemöglichkeiten: Wann machen wir was? Wo gehen wir überall hin? Wie viel Zeit werden wir dafür benötigen?

Woche 2:



  1. Recherche vor Ort: Beobachtung aus festem Standort

  2. Besprechung der Gedanken und Notizenaustausch eventuell bereits einige Gedanken probeweise ausformulieren.

Woche 3:



  1. Stadtbesuch: Beobachtung der Leute, Fotografie zur Dokumentation und als späteres Hilfsmittel, evtl. Tramfahrt und Interviews

Woche 4:



  1. Sammlung aller Notzien

  2. Reflexion: Textaufbau, was ist bei einer Reportage wichtig?

  3. Erste Ausformulierungen

Woche 5:



  1. Verfassen des Textes

Woche 6:



  1. Überarbeitung, was fehlt?

  2. Feedback eines Lehrers und evtl. anderer Schüler einholen

Woche 7:



  1. Text verbessern bzw. optimieren

  2. Abgabe



Wir beschlossen ausserdem in der Freizeit zusammenzusitzen oder weitere Recherchen zu unternehmen.


Auch legten wir fest, dass wir, falls unser Wochenpensum nicht erfüllt wird, dies bis zum nächsten Dienstag beenden müssen.


Wir waren uns eigentlich immer einig und da uns das Thema sehr gefällt, arbeiteten wir schnell und motiviert.




Montag, 5. Juli 2010

Modularbiet "Das Parfum" 6

Vergleich Buch-Film

Nachdem ich im ersten Modul geschrieben hatte, dass mir der Film nicht allzu sehr gefallen hat, versuchte ich mich zu erinnern, was genau mir nicht so zugesagt hatte.
So sehr ich mich auch anstrengte, ich konnte mich nicht erinnern. Ich wusste nicht mehr, wie Grenouille ausgesehen hatte. Allgemein war mir nicht eine einzige Person im Gedächtnis haften geblieben! Es gab keinen Ausweg mehr: Ich musste den Film noch einmal sehen!

Das tat ich dann auch. Hier also meine aufgefrischten Eindrücke zum Film:

Als erstes fiel mir auf, dass der Aufenthalt bei der Amme, sowie die Begegnung mit dem Mönch, vollständig fehlte! Für mich leitet diese Szene den Leser wunderbar in die Geschichte ein! Es wird einem bewusst, was für ein Talent Grenouille besitzt und man wird mit der Hauptperson bekannt gemacht. Ausserdem vermutet man bereits da, dass Grenouille selbst nicht riecht. Ich finde dieses Wissen gab dem Leser eine Art Überlegenheit gegenüber der Hauptperson und das stellte einen gewissen Reiz dar. Ich fand es schade, dass genau bei solch eindrücklichen Szenen Zeit gespart wurde, oder, dass sie als unwichtig eingestuft wurden.

Wie ich bereits in anderen Modulen berichtete, ist für mich der erste Mord ein wichtiger Punkt in Grenouilles Leben und spielt eine wichtige Rolle für den Leser. Man lernt Grenouille kennen und es wird einem bewusst, dass ihm das Menschenleben, dass er ausgelöscht hat, völlig gleichgültig ist. Im Film scheint der erste Mord eher unabsichtlich geschehen zu sein! Dies fand ich sehr enttäuschend. Denn für mich ist diese Szene, wie bereits gesagt, ausschlaggebend. Die Gefühlskälte und der unglaublich starke Wille Grenouilles werden hier nicht deutlich!

Ebenfalls schade fand ich, dass man so gut wie gar nichts über Baldini erfährt. Im Buch wird einem über mehrere Seiten klar gemacht, wie Baldini ist. Ausserdem ist Baldini im Film viel zu gutmütig mit Grenouille! Es wird nicht deutlich, dass Baldini stets ein mulmiges Gefühl hatte, mit Grenouille unterm Dach.
Geblieben ist mir auch die Szene, in der Grenouille merkt, dass man zum Beispiel Steine nicht destillieren kann. Baldini entdeckt seine Katze im Destilliergerät und einen tobenden Grenouille. Grenouille hat im Buch niemals so viel von sich Preis gegeben. Negative, so wie positive Erfahrungen hat er stets nur mit sich selbst geteilt.

Ich war von Anfang an auf den Teil in der Höhle gespannt gewesen. Wie würde er wohl aussehen nach 7 Jahren? Wie würde seine „Seelenwelt“ dargestellt werden?

Was für eine Enttäuschung! Der Aufenthalt war stark verkürzt, es schien einem eher wie Monate, bestimmt nicht wie Jahre. Grenouille sah nicht einmal halb so vergammelt aus, wie man ihn sich vorgestellt hatte. Man erfuhr rein gar nichts über seine Auseinandersetzungen mit sich selbst. Auch die Szene, in der er vor den Wissenschaftlern so vorgeführt wurde und wie er diesen Mann täuschte, als er so tat, als sei das schlechte Parfum schuld an seinem Unwohlsein. All dies wurde weggelassen. Ich fand genau jene Szenen sehr schön. Sie zeigen die Intelligenz Grenouilles, seine linkische Persöhnlichkeit und es berührte einen dann doch, als er wie ein Tier herumgezeigt wurde. Der Autor spielte hier mit dem Leser und dessen Gefühle, dass kommt im Film nicht rüber.

Aber was mich am allermeisten enttäuschte war aber der Schluss!
Das ganze Bild, das einem im Buch übermittelt wird, wird hier zerstört! Man sieht einen traurigen Grenouille, der sich nach Liebe sehnt, der normal sein will! Kein Hass gegenüber den Menschen, keine Gefühlskälte, sondern der Wunsch, geliebt zu werden. Eigentlich wird einem hier alles vermittelt, was im Buch unterstrichen wird, weil es eben nicht vorhanden ist. Es sind die Dinge, die Grenouille als schreckliches Genie ausmachen.

Ich möchte trotzdem fair bleiben und noch einige positive Aspekte anmerken:
Der Schauspieler, der Grenouille spielte, war, meiner Meinugn nach, sehr gut! Am meisten gefiel mir seine linkische Art. Die brachte er hervorragend rüber!
Ausserdem fand ich die Musik sehr passend und jene eine Szene, als Grenouille, noch als Baby, den Finger des Jungen packte, fand ich sehr eindrücklich. Das damalige Menschenbild wurde einem nahe gebracht und auch die Pont au Change und der Laden Baldinis gefiel mir sehr gut!



Zusammenfassend: Im Film wirken viele Persöhnlichkeiten, die im Buch hervorstachen und einem im Gedächtnis geblieben waren, vollkommen unwichtig. Der Roman lebte von jenen Persöhnlichkeiten. Patrick Süskind konnte einem mit einigen Gedanken der Person bereits ein genaues Bild vermitteln. Diese Szenen wurden wohl aus Zeitgründen weggelassen. Dies ist natürlich verständlich, doch hier stellt sich mir die Frage, ob man sich überhaupt jemals an diesen Roman wagen hätte sollen! Ich denke er ist nicht zu übertreffen, nicht einmal annähernd.
Der Film ist durchaus unterhaltsam, falls man das Buch nicht gelesen hat, oder sich nicht allzu sehr darauf versteift.

Sonntag, 4. Juli 2010

Modularbeit "Das Parfum" 5

1.1 Der Eigengeruch Grenouilles
(ich nehme in jenem Text Bezug auf die Selbstansicht Grenouilles, deshalb 1 & 1.1)

Während ich 1. Schrieb, stellte sich mir eine zentrale Frage:

Konnte Grenouille sein Talent, also den Geruchssinn, villeicht nur so gut nutzen, weil er selbst nicht roch?

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen versetze ich mich in die Situtation, dass Grenouille mit normalem „Menschengeruch“ geboren worden wäre. Wie wäre die Geschichte verlaufen?

Begonnen bei seiner unscheinbaren Gestalt. Im Roman wird immer wieder betont, dass Grenouille nie auffiel. Er war geradezu darauf erpicht nicht auzufallen,. Zwar trat er ganz bewusst unscheinbar auf, doch seine Unscheinbarkeit wurde von seiner Geruchslosigkeit getragen. Hätte er gerochen, so wäre er normal wahrgenommen worden. Sein Talent wäre vielleicht aufgefallen und er wäre sofort verdächtigt worden. Nehmen wir die Kinder im Waisenhaus als Beispiel. Bereits früh mochten ihn die Kinder nicht. Sie hatten Angst vor ihm. Sie spürten, dass er anders war. Sie wollten ihn sogar einige Male töten. Hätten sie gleich gehandelt, falls Grenouille gerochen, ihnen also äusserlich normal erschienen wäre? Wären ihnen seine charakterlichen Besonderheiten niemals aufgefallen? Hätten sie ihn gar gemocht?

Ich denke, die Kinder hätten ihn nicht ermorden wollen, sie hätten ja keinen Grund gehabt. Ich glaube sogar, dass sie ihn normal integrieren hätten wollen. Doch diese positiv erscheinenden Dinge wären für Grenouille, meiner Meinung nach, verheerend gewesen.
Denn Grenouille hätte sich nie für die Kinder interessiert. Er hätte gar nicht integriert werden wollen. Er kannte keine Freundschaft oder Zuneigung und er wollte sich auch nicht. Also wäre seine Gefühlslosigkeit gegenüber Menschen aufgefallen und man hätte ihn wohl später wegen den Morden verdächtigt, so meine Vermutungen. Die Geruchlosigkeit Grenouilles war seine Tarnung! Auch später im Buch zeigt sich das. Er stellt dann ja auch Düfte her, die ihm diese Tarnung nehmen, so, dass er normal wahrgenommen wird. Auch der Unschuldsduft wird entworfen. Doch am wichtigsten bleibt seine Geruchslosigkeit; nämlich immer dann, wenn er seinem Lebensziel ein Stück näher kommt, bei den Morden.

Nun zu einem weiteren Punkt. Mir stellt sich die Frage, ob Grenouille in seinem Handwerk durch seinen eigenen Geruch nicht gestört worden wäre. Grenouille arbeitete meist ohne Messutensilien, daher ist es naheliegend, dass ein solch geniales Riechvermögen durch den Eigengeruch behindert worden wäre, oder sich nicht entwickeln hätte können!

Zum Abschluss noch zum Aufenthalt in der Höhle. Der eigentliche Grund für die Flucht vor der Öffentlichkeit war, dass Grenouille den Geruch der Menschen nicht mehr ertrug!
Hier sehe ich das grösste Problem! Obwohl Grenouille leidet, als er feststellt, dass er nicht riecht, glaube ich, dass dies ganz klar ein Vorteil war! Man stelle sich vor Grenouille hätte seinen eigenen Geruch nicht mehr ertragen! Ich denke, er wäre durchgedreht und hätte sich selbst umgebracht!

Fazit: Für mich ist die Geruchslosigkeit Grenouilles ein wichtiger Teil seiner Person! Seine ganze Lebensgeschichte wäre, meiner Meinung nach, ohne jenen Vorteil nicht so zustanden gekommen, wie wir ihn gelesen haben. Obwohl die Geruchslosigkeit von Grenouille als bittere Enttäuschung aufgefasst wird, entgeht ihm der Nutzen dahinter. Hätte er seine Geschichte wohl einmal von einem anderen Blickwinkel aus betrachtet, so wäre ihm sicherlich nicht entgangen, dass er es wohl hätte schätzen müssen und dass die Geruchslosigkeit sein geniales und doch schreckliches Genie erst vollendet hat.

Modularbeit "Das Parfum" 4

Die Selbstansicht Grenouilles 1

Ich möchte mich im folgenden Text mit der Selbstansicht Grenouilles beschäftigen. Mir fiel auf, dass er sich anfangs nicht als böse bezeichnet. Den Verlauf bzw. die Veränderungen seiner Selbstansicht fand ich sehr interessant und deshalb möchte ich diese sie, mit Hilfe von Zitaten, ergründen und vor allem aufzeigen.

Der erste Mord. Hier beginnen für mich die Veränderungen. Grenouille erlebt das erste Mal richtige Gefühle, Glücksgefühle. Und dies, wegen einem Mord. Ihn scheint das nicht zu stöhren, er scheint es gar nicht wahrzunehmen. Mir kommt es so vor, als denke er gar nicht daran, was er eigentlich getan hat. Er ist völlig geblendet vom Geruch dieses Mädchens. Ich zitiere jene Stelle:

„Jetzt aber zitterte er vor Glück und konnte vor lauter Glückseeligkeit nicht schlafen. Ihm war, als würde er zum zweiten Mal geboren, nein, nicht zum zweiten, zum ersten Mal, denn bisher hatte er bloss animalisch existiert, in höchst nebulöser Kenntnis seiner selbst. Mit dem heutigen Tag aber schien es ihm, als wisse er endlich, wer er wirklich sei: nämlich nichts anderes als ein Genie; (...)“ (S.57)

Es scheint als würde Grenouille, die Zecke, erst jetzt anfangen zu leben. Er sagt sogar, er glaube zu wissen, wer er sei. Es scheint so, als hätte er seine Bestimmung gefunden.
Ich möchte noch eine weitere Stelle zitieren, die mir wesentlich erscheint.

„Dass am Anfang dieser Herrlichkeit ein Mord gestanden hatte, war ihm, wenn überhaupt bewusst, vollkommen gleichgültig. (...) Er hatte ja das Beste von ihr aufbewahrt und sich zu eigen gemacht: das Prinzip ihres Duftes.“(S.58)

Grenouilles sieht seine Tat, ebenso, wie sich selbst, nicht als böse an. Er denkt gar nicht darüber nach. Alles, was für ihn zählt, ist der Duft. Er sieht alles um sich herum nicht mehr, es ist ihm gleichgültig, wie im Text steht. Ausserdem rechtfertigt er sich damit, dass das Beste, also der Duft, ja gut aufgehoben sei. Er sieht kein Mädchen, er sieht nur ihren Nutzen.

Grenouilles sieht sich selbst also nicht als eine böse Person. Nun hatte er ja gesagt, er wüsse nun, wer er sei. Doch diese Sicherheit wird ihm genommen, als er merkt, dass er selbst nicht riecht. „Was er jetzt empfand, war die Angst über sich selbst nicht bescheid zu wissen.“ (S. 175) Grenouille wird hier wieder einmal damit konfrontiert, dass er anders ist. Bisher störte ihn das nicht. Doch der Geruch ist wohl das wichtigste in seinem Leben. Er riecht alles. Er war doch so von sich selbst überzeugt, er war ein Genie! Wie konnte es also möglich sein, dass er nicht roch?- Er war ein Genie des Geruches, dass nicht roch. Ich denke diese Erkenntnis machte ihm doch recht zu schaffen.

Die wahrscheinlich wichtigste Stelle( im Hinblick auf die Selbstansicht Grenouilles ), finde ich jedoch jene auf Seite 199:

„Und er sagte sich, dass er es wolle, weil er durch und durch böse sei.
Er lächelte und war sehr zufrieden.“

Nun also der Wendepunkt. Grenouille bezeichnet sich als böse und noch wichtiger, es gefällt ihm! Für ihn war es nichts Spezielles, nichts Beunruhigendes. Er bekennt sich als böse, er nimmt es wahr und geniesst es.

Diese Wahrnehmung ändert aber nichts an seinem Verhalten. Er mordet weiter mit Orientierung nur auf den Geruch. Gefühle entstehen nur im Bezug auf den Duft, niemals im Bezug auf die Person.

Nun zu seinem „Schloss im Innern seines Herzens“, wie Grenouille es kunstvoll benennt. In der Zeit, in der er im Vulkan vegetiert, flieht er immer wieder in seine ganz eigene Welt. Man muss dazu sagen, dass Grenouille eigentlich schon immer in einer eigenen Welt gelebt hat. Er beginnt zu fantasieren und im Zentrum seiner Fantasien steht immer er, Grenouille, als Herrscher über ein Reich, als bewundernswerte Autoritätsperson. Er stellt sich als Herr der Düfte dar.
Meiner Meinung nach sind diese Vorstellungen einerseits Schutz vor der Schizophrenie und/oder der Einsamkeit, obwohl sich das Grenouille niemals eingestehen würde, andererseits reift er für mich erst in diesem Teil des Buches zum richtigen Grenouille! Ich meine damit, dass die prunkvolle Selbstdarstellung wahrscheinlich auch ein wenig die Unsicherheit von Grenouille zeigt. Er weiss nicht recht, was er ist. Und durch diese unglaublichen Fantasien stärkt er sich. Er wird selbstsicherer, er verstärkt seinen Willen den perfekten Duft zu erstellen und er redet sich immer und immer wieder ein, dass er genial sei. Ich weiss nicht, ob Grenouilles Unterbewusstsein handelte oder ob er dies ganz bewusst getan hat.

Als er aus der Höhle zurückkehrt sind seine Sinne geschärft und sein Kopf klar. Grenouille ist stärker als je zuvor. Er ist überzeugt von seinem Talent und sich selbst. Diese innerliche Veränderung steht im krassen Gegensatz zu seiner äusserlichen Erscheinung.

Am Ende des Buches zeigt sich seine Haltung zu sich selbst am deutlichsten. Er bezeichnet die Menschen als dumm und fühlt sich klar überlegen. Er ekelt sich sogar vor den Leuten. Grenouille ist so von sich selbst überzeugt, dass er sich nun völlig abgeschottet hat. Er vergisst vollkommen, dass er selbst ein Mensch ist und es ist ihm gleichgültig. Er hätte wohl nie normal leben können, er hätte nie Kontakt mit einer Person aufbauen können und deshalb war er wohl zur Einsamkeit verdammt.
Erschreckend ist, dass ihn dies wohl nie störte.

Modularbeit-das Parfum 3

Alternativ-Ende

Zur Information: Ich beginne die Geschichte neu zu Ende zu erzählen ab dem Punkt, wo Grenouille nun endlich seinen Jungfrauenduft erstellt hat.

Nun hatte er also sein Lebensziel erreicht: Den Duft der Jungfrau. Leicht aber gleichzeitig stark, lieblich und trotzdem nicht süss; der Duft war schlichtweg umwerfend!
Grenouille sog einen kleinen Hauch der noch in der Luft schwebte in seine gierige Nase ein. Auch minimal dosiert, war der Duft berauschend wie eine Droge. Grenouille wusste, dass dies sein Ziel war. Er hatte sein Leben lang gekämpft, gelitten und gelernt um diesen Flakon erstellen zu können. Und nun trug er ihn in den Händen. Es war ein Schatz, der Schatz seines Genies. In diesem Parfum lag all sein Talent, seine Hingabe, vielleicht sogar alle emotionsähnlichen Empfindungen, die Grenouille jemals hatte.
Er fühlte zwar Glück, er wusste nun, dass er angekommen war. Aber andererseits ekelte es ihn an. Die Menschen ekelten ihn an. Sie würden durchdrehen. Wegen der Macht eines Duftes. Natürlich, der Duft war hervorragend, geradezu perfekt. Aber dennoch, es war nur ein Duft. Die Menschen waren dumm. Sie liessen sich so gut kontrollieren, täuschen und verführen.
Er, Grenouille, hatte mehr Macht als Gott, er war Gott, der Gott der Düfte, so wie er es längst bereits im Innern seiner Seele war.

Er hasste diese Kreaturen. Während er über seinen Hass nachdachte, beschloss er wieder zu fliehen. Er wollte nie mehr eine Menschenseele erblicken, sie waren es nicht würdig. Den Flakon nahm er mit, er würde diesen Tieren nicht seine Seele schenken, sie wüssten es doch nicht zu schätzen.
Er ging los. Mit der festen Absicht nie mehr zurückzukehren, nie mehr einen Menschen zu sehen und irgendwann dort draussen zu sterben. Er würde mit dem Wissen sterben, dass er, der grosse Grenouille, besser war, als alles da draussen, er würde sich in seiner Todesminute mit seinem Duft übergiessen.

Er war 10 Jahre gereist. Auf Bergwegen, in tiefsten Wäldern und auf dem Meer; weit weg von den unswissenden, dummen Menschen. Seine Reise glich dem Aufenthalt in der Höhle, mit einem Unterschied: Er ging ständig, er entdeckte ständig neue Landschaften, neue Pflanzen, neue Gerüche. Alle Düfte der Welt zu kennen, dies war nun sein Lebensinhalt, er wollte sie nur kennen, sie im Kopf speichern und mischen. Er wollte nie mehr ein Parfum erstellen, für wen auch? Er allein sollte die Ehre haben diese Duftkreationen zu riechen, und das tat er in seinem Kopf und in seinem Herzen, im Königreich des grossen Grenouille.

Er reiste monatelang auf dem Meer. Irgendwann erblickte er Land. Er hatte solche Ländereien noch nie gesehen. Tausende von Pflanzen, er roch die vielfältige Vegetation bereits Kilometer entfernt. In den Geruch dieser Pflanzen hatte sich immer etwas unbeschreiblich starkes und undefinierbares gemischt. Die Intensität dieser neuartigen Gerüche und Kreationen kombinierten sich so, dass Grenouilles Nase beinahe kapitulierte.

Die Düfte fesselten ihn und zwangen Grenouille ihnen zu folgen. Er hatte nicht geglaubt, dass dieser unglaublich intensive Duft noch stärker werden könnte, doch mit jedem Schritt Richtung Ursprungsquelle überwältigte es ihn noch mehr. Schliesslich kam er zu einer Art Marktplatz. Dass jener von dunkelhäutigen Menschen überfüllt war, stöhrte ihn nicht. Als er vor einem Holztisch mit Wahren darauf stand, wusste er, dass der Duft hier seinen Ausgangspunkt fand. Er riss einen violetten Flakon vom Tisch und hielt ihn sich unter die Nase. Er wusste es bereits, doch er konnte es nicht glauben: Es war der Duft der Jungfrau. Es war sein Duft, seine Seele. Wie im Rausch riss er einen zweiten Flakon vom Tisch und schnupperte. Dieser Geruch liess sein Herz stehen. Er war so vollkommen, wie ein Duft nur sein kann. Er war raffinierter als alles, was Grenouille je hergestellt hatte. Das konnte nicht sein. Die Leute wurden nun aufmerksam und der Besitzer des Stades wollte ihn wütend zurechtweisen, doch Grenouille liess sich nicht aufhalten. Er rannte los. Er rannte durch das Dorf und sah in jedes Haus. In der vierten Gasse hatte er Erfolg. Er blickte ins Fenster und sah zwei Dutzend Leute arbeiten. Sie verarbeiteten jegliche Pflanzen, Hölzer, Erde und Gesteine auf eine Art, wie er sie noch nie gesehen hatte. Und nicht nur das, sie arbeiteten auch mit menschlichem. Mit Haaren, mit Haut und Fetten. Diese Leute, sie sahen wie Indianer aus, wahrscheinlich Einheimische, hatten eine Technik gefunden, den Duft eines Menschen im lebenden Zustand zu binden.

Das Schlimmste aber, was Grenouille sah, waren die Arbeiter selbst, nicht die Kreationen, eine umwerfender, als die andere, diese Menschen waren wie er! Sie arbeiteten ohne jegliche Messbehälter, sie rochen ganz einfach. Nei-Es war noch viel schlimmer. Sie waren besser als er! Sie hatten Techniken entdeckt, die Grenouille nie gekannt hatte, hatten Düfte kreiert, von denen er nicht einmal die Einzelteile erraten konte, er kannte sie nicht einmal.

Es war der Moment, in dem der grosse Grenouille starb. Während er auf die Knie sank und sich die Haut vom Schädel kratze schrie er wie ein Tier. Er hörte nicht auf.
Er war nicht Gott, er war nicht besser, er war nicht einmal der Beste! Die ganzen Jahre hatte er geglaubt, er sei etwas Besonderes und die Menschen seien dumm, seien so dumm. Dabei war er dumm. Er war von einem Haufen Wilden übertroffen worden.

Grenouille, die Zecke, war plötzlich so gebrechlich, wie ein Vogel. Schwach sank er blutüberströmt zusammen und starb. Er starb und wurde in den Urwald geworfen. Die Leute verstanden diesen Fremden nicht, jedoch war der Vorfall sehr schnell vergessen, ebenso wie die Mordserie in Grasse. Niemand erinnerte sich bald an den Namen Jean-Baptiste Grenouille.- Weshalb auch? Er war ja nichts Besonderes.

Sonntag, 27. Juni 2010

Modularbeit " das Parfum" 2

Schlafes Bruder vs. Das Parfum

Ich wage mich an einen Vergleich zwischen Elias Alder( Schlafes Bruder) und Jean-Baptiste Grenouille ( Das Parfum ).
Auf den ersten Blick scheinen sie sehr ähnlich zu sein. Beide besitzen ein aussergewöhnliches Talent: Elias ein überdurchschnittlich scharfes Gehör und Grenouille ein extrem ausgebildetes Riechvermögen. Die Frage, ob diese Talente nun ein Geschenk sind oder nicht, lasse ich aussen vor, denn ich denke man kann sie nicht beantworten.

Beide Personen sind also definitiv anders, beide finden ein eindrückliches und warscheinlich auch schockierendes Ende und beide lieben. Doch hier beginnen sie sich stark zu unterscheiden. Während Elias eine Frau liebt und sich schlussendlich ihretwegen zugrunde richtet und sein Talent auf dem höchsten Punkt aufgibt, liebt Grenouille niemals etwas menschliches, er liebt nur eines: sein Genie. Zur Kindheit: Elias hatte eine sehr harte Kindheit, auch Grenouille musste kämpfen, doch anders als Elias sucht er niemals Liebe. Er trauert nicht um seine Eltern, er fragt nicht einmal nach ihnen. Er bemüht sich um keinerlei Zuneigung. Elias hingegen will geliebt werden, er pflegt eine Freundschaft und liebt von ganzem Herzen eine Frau. Dies sind kleinere Unterschiede, der wesentlichste aber ist, meiner Meinung nach, dass Grenouille,vielleicht unbewusst, böses tut, um sein Talent auszuleben. Elias nutzt sein Talent, in dem er Orgel spielt. Er komponiert und beeindruckt die Massen, ebenso wie auch Grenouille. Auch wenn ich nicht glaube, dass Elias für die Menschen allgemein spielt, sondern nur für seine Angebetete, schadet er nie jemandem, sondern bereichert die Leute.

Grenouille erhält schlussendlich was er will. Er kreiert den Duft der Jungfrau, ein Duft der Menschen kirre macht. Elias aber bekommt die Liebe seines Lebens nicht. Er tötet sich auf grausamste Weise selbst.

Fazit: Grenouille macht vor nichts halt, um seine Vision zu verwirklichen, die Menschen sind nur Schachfiguren für ihn, er schiebt sie herum wie er will, er herrcht über sie und ist sich dessen bewusst. Er hasst die Menschen, weil sie sich so einfach täuschen und beeinflussen lassen. Er ist ganz klar egoistisch. Er kennt keine Zuneigung und er sucht sie nicht. Er sieht sich ganz klar als etwas Anderes, etwas Besseres. Was er nicht bekommt, dass nimmt er sich mit Gewalt.

Elias wurde mit seinem Talent nicht geboren. Er lebt nicht für sein Talent, sondern für seine Liebe zu einer Frau. Er geht daran zu Grunde, dass er anders ist, dass man ihn nicht liebt. Ausserdem stellt er seine Gabe hinten an und verzichtet schlussendlich sogar auf sie.
Elias lebt und stirbt für die Liebe. Sein Talent begleitet und formt ihn, beherrscht ihn aber nicht. Er will normal sein, kämpft gegen sich selbst. Selbst als ihm alles genommen wurde, wofür er lebte, liebte er weiter, ohne aber jemals daran zu denken, sich einfach zu nehmen, was er will.

Modularbeit "das Parfum" 1

Vorher - nachher - Text

Nun war es bestimmt. Wir würden den Roman „das Parfum“ von Patrick Süskind lesen. Es war der erste Text, den ich in der Schule lesen sollte, auf den ich mich auch wirklich freute bzw. den ich freiwillig lesen würde.

Ich hatte den Film vor geraumer Zeit gesehen und sogar schon einmal ein bisschen im Hörbuch geschnuppert. Jenes hatte ich aber ziemlich schnell wieder weggelegt, da es so trocken gesprochen war, dass ich beinahe einschlief. Ich hatte also eigentlich nicht gerade gute Erfahrungen mit der Geschichte gemacht. Auch der Film überzeugte mich nicht ganz. Obschon ich bereits damals von der Fantasie des Autors begeistert war.
Doch ich war, wie schon anfangs erwähnt, durchaus positiv eingestellt. Das lag wohl hauptsächlich daran, dass meine Mutter ziemlich begeistert von dem Buch war. Man glaube die Dinge zu riechen, die beschrieben werden, erzählte sie mir immer und immer wieder.

Vom Film war mir nicht viel geblieben. Eigentlich nur die Szene, in der Laure getötet wird und die Orgie mit dem bitter süssen Ende Grenouilles. Ich war gespannt. – War jener Schluss wirklich so skurril, wie ich ihn in Erinnerung hatte? Ich erwartete vor allem eins: viele Morde!

Und was bekam ich?

Ich hatte mich getäuscht. Der Roman war viel mehr das Portrait eines Genies, als ein Krimi. Die zahlreich erwarteten Morde kamen erst gegen Schluss des Buches. Im Zentrum der Erzählung stand kein Verbrechen, (die Morde werden allgemein nicht wirklich als Verbrechen dargestellt) sondern die Person Grenouille, ob Monster, ob Wunderkind. Ich war positiv überrascht. Der Autor hatte eine unglaublich spannende, gleichzeitig schreckliche, als auch bewundernswerte Figur erschaffen: Jean-Baptiste Grenouille.
Der Roman spaltet die Gefühle des Lesers immer wieder. Man wusste nicht mehr, ob man diesen Grenouille nun abstossend oder einfach nur genial fand, oder musste man ihn gar bemitleiden? – Würde er überhaupt bemitleidet werden wollen? Ich finde der Autor hat einen Roman geschrieben, der einen zum nachdenken anregt, der einen blitzschnell von pro wieder zu kontra katapultiert und der ganz einfach fasziniert.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Nathan der Weise-erster Eindruck zur Schreibweise

Als wir in der Schule begannen, das Stück zu lesen, war ich ziemlich unvoreingenommen.
Ich wusste überhaupt nicht, was ich da las, um was es ging und ob es mir gefiel oder nicht.
Ich war nicht überrascht, wie verstrickt und komplex der Text war. Doch im Unterricht fiel mir das lesen nicht allzu schwer. Wir lasen den Teil mit der Geschichte. Hauptsächlich philosophiert man hier über die Weltreligionen. Das Thema ist für mich omnipräsent und sehr wichtig!
Ich fand die Geschichte sehr gut verständlich und auch wirklich schön. Der Autor schien sich nicht auf eine Religion zu fixieren und man konnte auch nicht herauslesen, welcher er angehörte, falls er überhaupt einer angehörte. Dieser Punkt fand ich sehr schön.

Wie schon gesagt, gefil mir das Stück bis jetzt recht gut. Es regte mich zum andenken und diskutieren mit meiner Familie an.

Mit recht positiver Erinnerung und der Entschlossenheit sich jetzt hinzusetzen und für einmal nicht verblödende Mtv-Serien zu schauen ( wie amüsant die auch sind), nahm ich das Buch "Nathan der Weise" in den Ferien hervor. Ich begann weiterzulesen, oder besser gesagt ich versuchte es. Es ging nicht. Kaum begann ich zu lesen, schweifte ich ab. Ich bildete mir ein, mich konsentriert zu haben, konnte mich aber bereits nicht mehr an die eben gelesene Seite erinnern, geschweige denn an den Inhalt.
Das konnte es doch nicht sein.
Mit beinahe aufgezwungener, verbissener Konsentration machte ich mich erneut an die bereits gelesenen Seiten. Ohne erfolg.
Nach weniger als 5 Minuten legte ich das Buch weg. Mit lehrem Kopf.

Wie konnte das sein? Ich hatte doch zuvor so gut von dem Buch gedacht und hatte es auch freiwillig in die Ferien mitgenommen, hatte bewusst keinen Krimi, keine Biografie, hatte ein bekanntes und wie ich hörte wichtiges Stück Literatur eingepackt und nun wollte ich mir nicht die Mühe machen es zu lesen?

Halt! Habe ich mich nicht gerade verraten? Ich zitiere mich selbst: "..hatte BEWUSST keinen Krimi...mitgenommen" Wenn ich doch so begeistert war und dieses Buch wirklich hätte lesen wollen, hätte ich gar nicht daran gedacht ein anderes Buch mitzunehmen. Ich hatte also damit gerechnet, dass ich, falls ich ein anderes Buch mitgenommen hätte, nicht dieses Büchlein gelesen hätte. Interessant, was man, ohne es zu bemerken, für Massnahmen setzt.

Auch hier: "...WIE ICH HÖRTE wichtiges Stück Literatur.." Das klang danach, als würde ich mir einreden, das nun lesen zu müssen, weil es doch so toll sei. Aber ich kannte niemanden, der mir jemals gesagt hätte: "Dieses Buch musst du lesen. Das ist so toll!" Ich hatte immer nur gehört es sei tolle Literatur, weltbewegend. Aber wie definiert man nun weltbewegend? Was macht denn Literatur weltbewegend? Ist Literatur nur Weltliteratur weil sie alt ist? Weil der Autor berühmt war? Aber wieso ist ein Klassiker gut? Nur weil ihn jeder kennt? Auch Lady Gaga kennt jeder. Aber muss man deswegen ihre Musik hören?

Ich stelle fest, dass auch hier Geschmack die Hauptrolle spielt. Ich verstehe manche Dinge nicht, die als "gut" abgestempelt werden ( perfektes Beispiel: "Axolotl Roadkill"), nur weil das ein par Leute denken. Gut oder nicht Gut, dass muss doch schlussendlich jeder selbst entscheiden.

Ich kann noch nicht bewerten ob mir "Nathan der Weise" gefällt oder nicht. Dafür habe ich noch viel zu wenig von dem Stück gelesen.

Was ich jedoch weiss, dieses Buch benötigt unglaublich viel Konsentration und ich finde es deshalb ausserschulisch nicht geeignet, weil ich für meinen Teil dann einfach nicht mehr die Energie habe mich so konsentrieren zu müssen und tut man dies nicht, so kann man auch Mtv einschalten und sich zublabbern lassen.

Viel Spass.

Sonntag, 18. April 2010

Ich verwende hiermit meinen Joker

Montag, 29. März 2010

sich unterhalten

Was bedeutet sich unterhalten eigentlich?
Kann man ein: "ja, mmhm, ööh, nein, ok, bye" , in einem kurzen Telefongespräch überhaupt eine Unterhaltung nennen? Oder ist der Begriff sich zu unterhalten in unserem Zeitalter bereits völlig untergegangen!?

"Hey Alte, gömmer Migros." "Voll isi, Nigga, chilled mers", so hört man es Tag täglich auf der Strasse.

Kommunikation durch Laute, Fremdwörter und oft auch völlig frei erfundenen Wortschatz ist sehr präsent, vor allem in der Jugendszene. Aber unterhaltet man sich denn so? Wie definiert man "sich unterhalten?".

Darf nur: " Exzelenz, ihr Kleid umschmeichelt ihre zarte Gestalt beinahe frühlingshaft schön und lieblich in dieser farbenprächtigen Gartenkullisse" , als echte Unterhaltung angesehen werden?
Muss man com Gesprächspartner immer zwingend eine Antwort hören?
Oder kann dieser auch mit Schweigen zustimmen? Zählt das alte Sprichwort "ein Blick sagt mehr als tausend Worte?".

Nun, ohne Zweifel, hat sich die Sprache der Leute, im Laufe der Jahre massiv verändert.
Ich würde trotzdem behaupten, dass eine Unterhaltung immer dann als jene bezeichnet werden darf, solange mindestens zwei Personen daran beteiligt sind und ein Austausch von Meinungen, Informationen oder Anderem stattfindet. Früher, ich weise auf das obere Beispiel hin, sprach man oft sehr ausführlich, man beschrieb und umschrieb alles möglichst kreativ.

Nun frage ich mich ob in der heutigen Sprache nun weniger Information vorhanden ist.
Dafür ein kleines Beispiel:

Information: Die Musik ist schön.

"Alte Fassung": "Der Klang jender filigranen Instrumente streicht sanft über die verwöhnten Ohren meiner Selbst. Unfassbar welch Kunst, welch Genie in diesen Opus gelget wurde, welch Perfektion er wiederspiegelt."

"Heutige Fassung":"De Sound isch herte Scheiss."

Nun,denke ich, ist die zweite Fassung eigentlich inhaltlich gesehen präziser und vor allem bündig.
Stilistisch gesehen liefert die erste Fassung natürlich mehr Platz für Kreativität und man kann sich selbstverständlich auch sehr gut präsentieren. Die erste Fassunge scheint auf den ersten Blick oft unübersichtlich und übertrieben, doch auch die zweite Fassung hat ihre Tüken. Ich wage es nämlich zu bezweifeln, dass ein junger Mann Ende dreissig weiss was "en riise Schuss" in der Jugendsprache bedeutet. Somit ist auch der zweite Text nicht für jeder Mann klar zu verstehen.

Um auch die Grammatischen Aspekte zu klären, leidet die Sprache natürlich unter den Abkürzungen und Umformungen der heutigen Sprache. Trotzdem ist sie schnell und einfach und sie muss nicht zwingend ausschlaggebend für schlechte Deutschnoten sein, da bin ich mir sicher. (Eine Gewisse Gefahr, dass Wörter verloren gehen besteht natürlich, aber dies ist meiner Meinung nach nicht schlimm.

Mit dieser Feststellung beende ich das Thema mit dem Statement: Die Sprache oder die Unterhaltung hat sich sicherlich verändert, doch dass dies schlecht ist, denke ich nicht. Schwierig ist es für die älteren Generationen nur eine Veränderung zu akzeptieren, vielleicht weil ihnen dadurch ihr Alter vor die Nase gehalten wird.

Mittwoch, 24. März 2010

Quellen

Back to the future-wie ein Leben neu begann

Mein Name ist Francis Decloma. Ich lebe in Vancouver und arbeite als Staatsanwalt. Man könnte sagen, ich sei konservativ, langweilig und ein Arbeitstier, aber das ist Unsinn, nein, das ist nicht wahr, ich bin ein guter Ehemann und verdiene genügend Geld. Meiner Frau geht es gut mit ihrer neuen Gucci Handtasche und so oft bin ich ja doch nicht weg. Oder?-Nein, ich schweife völlig ab. Ich bin Geschäftsmann, erfolgreicher Geschäftsmann. Mein Vater wäre stolz auf mich.
Gestern kam mal wieder so ein greenpeace-rettet-die-Wale-Fuzzi angeschlurft und glaubte doch tatsächlich ich würde ihn mit Geld überschütten, da ich doch so vieles hätte und sicher ein sozialer und mitfühlender Mensch sei, was denkt der sich? Ich arbeite doch nicht Tag und Nacht um einem Wal, der sowieso irgendwann draufgeht das Leben zu retten. Und überhaupt, woher soll ich denn wissen, was dieses Blondlöckchen im Regenbogenshirt mit meinem hart verdienten Geld anstellt? Eine kleine Boutique für Typen in rosa Poloshirts, mit nem zu fetten Chihuahua auf dem Arm und nem Zahnpastawerbungslächeln im Solarium gerösteten Gesicht?-Nicht mit mir!
Aber ich bin ja kein schlechter Mensch und Geiz ist nicht meine Tugend, also wies ich ihm äusserst höflich den Weg zu meinem Nachbarn, ich begleitete ihn sogar bis zum Briefkasten, der neben dem rosa Bentley meiner Frau steht.
Ich ging zurück ins Haus und bestellte mir einen neues Kalbsfilet auf Trüffelteppich gespickt mit Kaviar, denn ich hatte entdeckt das der Kaviar eindeutig zu lange auf dem warmen Fleisch lag, bevor ich ihn gekostet hatte. Was für eine Schweinerei. Jean-Pièrre der 5 Sterne Koch, dem dies zu Schulden kam, machte ich wie üblich als erstes ein nettes Kompliment, bevor ich ihm den Teller vor die Füsse warf: "Gut sehen Sie aus, haben Sie ihr Tupet mal gegen Ihre Katze ausgetauscht?"
Später sagte ich meiner Frau, dass ich sie liebe und fuhr noch einmal ins Büro.
Im Auto überlegte ich mir, ob Jean-Pièrre es wohl ernst gemeint hat, als er mir nachschrie, ich solle doch zufrieden sein, mit dem was ich hätte und ich solle mich schämen, dass ich so verschwenderisch mit allem umginge, ich sei schliesslich ein Sohn Gottes, indirekt also sein Bruder und einen Bruder behandle man nicht so.
Ich fühlte eine gewisse Lehre.
Ein Gefühl, dass ich über Jahre verdrängt hatte, kam in mir hoch.
War es Mitleid?
War es Reue?
Ich verdrängte meine Gefühle mit einem kräftigen Schluck Martini.


Spät nachts fuhr ich endlich nach Hause. Ich fuhr auf dem Highway und versuchte krampfhaft mich zu konsentrieren. Immer wieder schienen mir meine Augen den Dienst zu verwehren.
Mein iPhone klingelte. Ich blickte auf den Beifahrersitz, wo es lag und vibrierte. Es war meine Frau. Sie war wohl wütend und enttäuscht, dass ich sie allein gelassen hatte. Ich musste abheben und ihr sagen, dass es mir leid tut, ich müsse doch Geld verdienen und ich werde ihr gleich morgen die Manolos kaufen, die sie schon so lange wollte.
In dem Moment hörte ich ein hupen.
Ich blickte auf die Fahrbahn und sah einen riesigen Laster auf mich zurasen. Seine Scheinwerfer blendeten mich und ich lenkte meinen Wagen ruckartig nach rechts. Direkt den Hang hinunter.


Ich sah alles in Zeitlupe, ich wollte schreien, wollte beten, wollte meiner Frau sagen, dass es mir leid tut und dass ich nun für sie da sein werde, fühlte die Kraft, mit der der Wagen flog und spührte schliesslich die Wucht, mit der ich durch die Windschutzscheibe knallte.


Als ich wieder sah, wusste ich nicht wie viel Zeit bereits vergangen war.
Das Erste, an das ich mich erinnere ist, dass ich da unten am Boden lag. Ich war etwa vier Meter über mir und war geschockt: "Das da unten bin ja ich!"(ca. bei 1 Minute) Plötzlich verstand ich, was passiert war und mein einziger Gedanke war: "Scheisse, ich bin tot!" Merkwürdigerweise machte mir das nichts aus. Ich sah Leute, die zu meinem Körper kamen. Ich schwebte nach oben, was mir in diesem Moment ganz natürlich vorkam. Plötzlich war ich umgeben von bläulich-weissem Licht. Es fühlte sich an, wie ein Fluss aus reiner positiven Energie, in dem ich versank.(ca. bei 2:28 min.) Ich kam in einen Tunnel. Und am Ende des Tunnels, war eine Art leuchtende Kugel und da schwebte ich drauf zu. Und als ich durch die Kugel flog, waren da wunderbare Farben. Rosa, Blau, Gelb. Und ich sah einen Baum, mit ganz besonderen Blüten. Dann kamen drei Gestalten auf mich zu. Das waren Verstorbene:(ca. 2:50 min) Mein Bruder, mein Sohn und mein Vater.
Mein Bruder, der Selbstmord beging im letzten Jahr. Er wurde von seinem Beruf regelrecht aufgefressen. Er war weich gewesen, gutherzig. Er kam mit den harten Fällen im Gerichtswesen einfach nicht klar.
Mein Sohn, oh Gott, er war das Schönste, dass ich je gesehen hatte. Er war bereits als Säugling an Gelbsucht gestorben. Ich hatte meine Frau noch nie so gesehen. Ihre lehren Augen.
Und mein Vater. Ich hatte meine Kindheit damit verbracht, ihm gefallen zu wollen und nicht einmal, nicht ein einziges Mal, hatte er mich gelobt. Er war ein guter Mann gewesen. Hart, zielstrebig. Vielleicht etwas zu hart, doch er hatte mich gelehrt, stark zu sein. Trotzdem hatte ich mich immer gefragt, ob diese Stärke nicht auf innere Schwäche zeigte.
Und ich sah sie alle. Wie sie mich ansahen. Wie sie lächelten. Ich hatte meinen Vater noch nie lächeln sehen. Mein Sohn, er war so gewachsen, er sah aus wie seine Mutter. Mein Bruder hielt mir seine Hand hin. Sie sagten: "Komm hier her, es ist sehr schön hier." Und sie gaben mir eine Art Führung durch wunderschöne Landschaften, in denen sehr tiefe Ruhe herrschte. Dann kamen wir an einen Bach, die Lichtkugel war immer dabei. Am Bach bekam ich plötzlich, wie in einem Blitz mein ganzes bisheriges Leben zu sehen. Von meiner Geburt, bis kurz vor dem Unfall. (ca. 3:15)
Ich sah, wie ich als Kind mit meiner Mutter im Garten spielte. Meinen Vater hatte ich nicht oft gesehen, er arbeitete ständig. Er vergass regelmässig meine Geburtstage und wenn er zu Hause war, dann ass er oder sass in seinem Büro. Ich sah die Szene, die ich nie vergessen hatte:

Vater war gerade von der Tür in sein Büro gerannt. Ein Kuss, das wars. Ich hatte meine Mutter dann gefragt: "Warum tust du das alles für ihn?" Sie hatte mir geantwortet: "Weil ich ihn liebe."
Ich hatte den Schmerz in ihrer Stimmer gehört und ihn in ihren Augen gesehen. Aber ich sah auch die Zärtlichkeit darin, und ich glaubte ihr. Also beschloss ich, meinen Vater zu lieben, wie es meine Mutter tat. Ich bewunderte sie für ihre Kraft. Ich war gut in der Schule und besuchte bald eine Eliteschule, ich lernte viel, ich spielte weniger. Ich begann meine Tage mit Freifächern und Büchern völlig auszufüllen und irgendwann fühlte ich mich wie mein Vater. Und ich dachte, dass sei gut. Er war schliesslich gutverdienend und er hatte stets gewollt, dass ich ein guter Sohn sei. Das hatte ich nun erreicht, dachte ich mir. Doch die Worte, die ich hören wollte, kamen nicht. Am Tag meiner Matura starb er.
Ich zog aus der Stadt und lernte 2 Jahre später Lilli kennen.
Ich hatte das Gefühl unsere Beziehung noch einmal zu erleben. Ich sah wie glücklich wir waren. Sah wie sie lächelte. Ich merkte wie viel Kraft mir dieses Lächeln schenkte und mir wurde klar, was ich all die Jahre vermisst hatte. Ich sah, wie wir zusammen reisten, wie wir uns stritten, wie wir uns wieder versöhnten. Aber der Streit schien so unbedeutend. Wir redeten, sie schrie mich an. Aber immerhin redeten wir, wir redeten. Heute schweigen wir nur noch. Schweigen ist schlimmer als jeder Streit.
Ich vermisste die Zeit. Ich wünschte mir eine zweite Chance. Ich merkte wie sehr ich diese Frau liebe.
Und dann sah ich, wie ich jeden Tag zur arbeit ging. Wie meine Frau weinend am Tisch sass. Die Hände im Gesicht vergraben. Die blonden Locken im Gesicht. Ich sah mich, wie ich arbeitete. Wie ich arbeitete. Und wie ich arbeitete. Und ich sah wieder meine Frau. Wie sie weinte, wie sie Spiegel zerbrach. Kam ich dann spät nachts nach Hause, so hörte ich sie schreien und doch war ihr Mund stets geschlossen. Verschlossen mit einem Lächeln so hart wie stein.
Ich spührte wie mir eine Träne die Wangen hinunter kullerte. Es tat weh. War das wirklich ich? Oder war das mein Vater? War das überhaupt ein Mensch? Kalt und gefühlslos? Ich wusste es. Und doch wollte ich es nicht glauben. Ich wusste nun für was ich lebte. Ich wusste ich würde meine Frau früher oder später verlieren, wenn ich sie nicht bereits verloren hatte. Mein Leben hatte sich genau in die Richtung gelenkt, die ich nie verstanden hatte, in die ich jedoch hineingeboren wurde. Doch nun, war es zu spät. Ich war tot. Ich würde meiner Frau nie wieder sagen können, dass sie mein Leben war. Ich würde mich nie entschuldigen können bei allen Menschen, denen ich Unrecht getan hatte. Mir wurde klar, dass Jean-Pièrre recht gehabt hatte. Ich hatte nie gesehen was ich alles besass, von Materiellen Dingen einmal abgesehen. Ich war so reich gewesen, als ich noch arbeitslos war. Ich wusste nun wer ich bin. Ich war Francis Decloma. Ausgebildet zum Arschloch. Doch wenn Gott mir noch eine Chance geben würde, dann wüsste er, wer er sein wollte.
Ein Mensch.
Ein Mensch mit Gefühlen.
Nun wollte ich kämpfen. Ich kämpfte gegen das Licht an, dass mich anzog. Ich wollte leben, ich wollte lieben.

In diesem Moment war ich zurück!
Ich fühlte mein Herz schlagen. Ich hatte unsägliche Schmerzen und trotzdem war ich so glücklich wie nie zu vor! Ich war allein. Mir wurde bewusst was geschehen war. Ich war nicht weg. Ich war am leben, in meiner eigenen perfekten Welt. Doch in meinem Herzen wusste ich nun, dass mein Leben nicht perfekt war. (1:05)Aber es würde es werden.
Ich drückte den Notknopf und Schwestern stürzten ins Zimmer.


Später erfur ich, dass ich über eine Jahr im Koma gelegen hatte .
Die Schwestern erzählten mir, dass mich meine Frau jeden Tag besucht hatte. Jeden Tag.
Und als ich sie wiedersah sah sie mich an und sie hielt sich die Hände vor den Mund.
Sie flüsterte: "Du bist es...nicht war? Du bist endlich wieder da!" Und ich wusste, was sie damit meinte. Sie sprach nicht vom Koma, sie sprach von ihrem Ehemann, den sie immer geliebt hatte.

Die ganze Geschichte ist nun 5 Jahre her. Ich habe meinen Job gekündigt und arbeite nun als Kindergärtner. Ich habe eine 2 Jahre alte Tochter, die ganz eindeutig meine Nase hat, auch wenn es meine Frau nicht wahrhaben will. Ich bin glücklich und ich weiss nun es sind die kleinen Dinge im Leben, die kleinen Dinge im Leben, es geht um die kleinen Dinge im Leben. (http://www.youtube.com/watch?v=2DtuayOUc88&feature=related (0:20 min)

Mittwoch, 17. März 2010

Back to the future-wie ein Leben neu begann

Mein Name ist Francis Decloma. Ich lebe in Vancouver und arbeite als Staatsanwalt. Man könnte sagen, ich sei konservativ, langweilig und ein Arbeitstier, aber das ist Unsinn, nein, das ist nicht wahr, ich bin ein guter Ehemann und verdiene genügend Geld. Meiner Frau geht es gut mit ihrer neuen Gucci Handtasche und so oft bin ich ja doch nicht weg. Oder?-Nein, ich schweife völlig ab. Ich bin Geschäftsmann, erfolgreicher Geschäftsmann. Mein Vater wäre stolz auf mich.
Gestern kam mal wieder so ein greenpeace-rettet-die-Wale-Fuzzi angeschlurft und glaubte doch tatsächlich ich würde ihn mit Geld überschütten, da ich doch so vieles hätte und sicher ein sozialer und mitfühlender Mensch sei, was denkt der sich? Ich arbeite doch nicht Tag und Nacht um einem Wal, der sowieso irgendwann draufgeht das Leben zu retten. Und überhaupt, woher soll ich denn wissen, was dieses Blondlöckchen im Regenbogenshirt mit meinem hart verdienten Geld anstellt? Eine kleine Boutique für Typen in rosa Poloshirts, mit nem zu fetten Chihuahua auf dem Arm und nem Zahnpastawerbungslächeln im Solarium gerösteten Gesicht?-Nicht mit mir!
Aber ich bin ja kein schlechter Mensch und Geiz ist nicht meine Tugend, also wies ich ihm äusserst höflich den Weg zu meinem Nachbarn, ich begleitete ihn sogar bis zum Briefkasten, der neben dem rosa Bentley meiner Frau steht.
Ich ging zurück ins Haus und bestellte mir einen neues Kalbsfilet auf Trüffelteppich gespickt mit Kaviar, denn ich hatte entdeckt das der Kaviar eindeutig zu lange auf dem warmen Fleisch lag, bevor ich ihn gekostet hatte. Was für eine Schweinerei. Jean-Pièrre der 5 Sterne Koch, dem dies zu Schulden kam, machte ich wie üblich als erstes ein nettes Kompliment, bevor ich ihm den Teller vor die Füsse warf: "Gut sehen Sie aus, haben Sie ihr Tupet mal gegen Ihre Katze ausgetauscht?"
Später sagte ich meiner Frau, dass ich sie liebe und fuhr noch einmal ins Büro.
Im Auto überlegte ich mir, ob Jean-Pièrre es wohl ernst gemeint hat, als er mir nachschrie, ich solle doch zufrieden sein, mit dem was ich hätte und ich solle mich schämen, dass ich so verschwenderisch mit allem umginge, ich sei schliesslich ein Sohn Gottes, indirekt also sein Bruder und einen Bruder behandle man nicht so.
Ich fühlte eine gewisse Lehre.
Ein Gefühl, dass ich über Jahre verdrängt hatte, kam in mir hoch.
War es Mitleid?
War es Reue?
Ich verdrängte meine Gefühle mit einem kräftigen Schluck Martini.


Spät nachts fuhr ich endlich nach Hause. Ich fuhr auf dem Highway und versuchte krampfhaft mich zu konsentrieren. Immer wieder schienen mir meine Augen den Dienst zu verwehren.
Mein iPhone klingelte. Ich blickte auf den Beifahrersitz, wo es lag und vibrierte. Es war meine Frau. Sie war wohl wütend und enttäuscht, dass ich sie allein gelassen hatte. Ich musste abheben und ihr sagen, dass es mir leid tut, ich müsse doch Geld verdienen und ich werde ihr gleich morgen die Manolos kaufen, die sie schon so lange wollte.
In dem Moment hörte ich ein hupen.
Ich blickte auf die Fahrbahn und sah einen riesigen Laster auf mich zurasen. Seine Scheinwerfer blendeten mich und ich lenkte meinen Wagen ruckartig nach rechts. Direkt den Hang hinunter.


Ich sah alles in Zeitlupe, ich wollte schreien, wollte beten, wollte meiner Frau sagen, dass es mir leid tut und dass ich nun für sie da sein werde, fühlte die Kraft, mit der der Wagen flog und spührte schliesslich die Wucht, mit der ich durch die Windschutzscheibe knallte.


Als ich wieder sah, wusste ich nicht wie viel Zeit bereits vergangen war.
Das Erste, an das ich mich erinnere ist, dass ich da am Boden lag. Ich war etwa vier Meter über mir und war geschockt: "Das da unten bin ja ich!" Plötzlich verstand ich, was passiert war und mein einziger Gedanke war: "Scheisse, ich bin tot!" Merkwürdigerweise machte mir das nichts aus. Ich sah Leute, die zu meinem Körper kamen. Ich schwebte nach oben, was mir in diesem Moment ganz natürlich vorkam. Plötzlich war ich umgeben von bläulich-weissem Licht. Es fühlte sich an, wie ein Fluss aus reiner positiven Energie, in dem ich versank. Ich kam in einen Tunnel. Und am Ende des Tunnels, war eine Art leuchtende Kugel und da schwebte ich drauf zu. Und als ich durch die Kugel flog, waren da wunderbare Farben. Rosa, Blau, Gelb. Und ich sah einen Baum, mit ganz besonderen Blüten. Dann kamen drei Gestalten auf mich zu. Das waren Verstorbene: Mein Bruder, mein Sohn und mein Vater.
Mein Bruder, der Selbstmord beging im letzten Jahr. Er wurde von seinem Beruf regelrecht aufgefressen. Er war weich gewesen, gutherzig. Er kam mit den harten Fällen im Gerichtswesen einfach nicht klar.
Mein Sohn, oh Gott, er war das Schönste, dass ich je gesehen hatte. Er war bereits als Säugling an Gelbsucht gestorben. Ich hatte meine Frau noch nie so gesehen. Ihre lehren Augen.
Und mein Vater. Ich hatte meine Kindheit damit verbracht, ihm gefallen zu wollen und nicht einmal, nicht ein einziges Mal, hatte er mich gelobt. Er war ein guter Mann gewesen. Hart, zielstrebig. Vielleicht etwas zu hart, doch er hatte mich gelehrt, stark zu sein. Trotzdem hatte ich mich immer gefragt, ob diese Stärke nicht auf innere Schwäche zeigte.
Und ich sah sie alle. Wie sie mich ansahen. Wie sie lächelten. Ich hatte meinen Vater noch nie lächeln sehen. Mein Sohn, er war so gewachsen, er sah aus wie seine Mutter. Mein Bruder hielt mir seine Hand hin. Sie sagten: "Komm hier her, es ist sehr schön hier." Und sie gaben mir eine Art Führung durch wunderschöne Landschaften, in denen sehr tiefe Ruhe herrschte. Dann kamen wir an einen Bach, die Lichtkugel war immer dabei. Am Bach bekam ich plötzlich, wie in einem Blitz mein ganzes bisheriges Leben zu sehen. Von meiner Geburt, bis kurz vor dem Unfall.
Ich sah, wie ich als Kind mit meiner Mutter im Garten spielte. Meinen Vater hatte ich nicht oft gesehen, er arbeitete ständig. Er vergass regelmässig meine Geburtstage und wenn er zu Hause war, dann ass er oder sass in seinem Büro. Ich sah die Szene, die ich nie vergessen hatte:

Vater war gerade von der Tür in sein Büro gerannt. Ein Kuss, das wars. Ich hatte meine Mutter dann gefragt: "Warum tust du das alles für ihn?" Sie hatte mir geantwortet: "Weil ich ihn liebe."
Ich hatte den Schmerz in ihrer Stimmer gehört und ihn in ihren Augen gesehen. Aber ich sah auch die Zärtlichkeit darin, und ich glaubte ihr. Also beschloss ich, meinen Vater zu lieben, wie es meine Mutter tat. Ich bewunderte sie für ihre Kraft. Ich war gut in der Schule und besuchte bald eine Eliteschule, ich lernte viel, ich spielte weniger. Ich begann meine Tage mit Freifächern und Büchern völlig auszufüllen und irgendwann fühlte ich mich wie mein Vater. Und ich dachte, dass sei gut. Er war schliesslich gutverdienend und er hatte stets gewollt, dass ich ein guter Sohn sei. Das hatte ich nun erreicht, dachte ich mir. Doch die Worte, die ich hören wollte, kamen nicht. Am Tag meiner Matura starb er.
Ich zog aus der Stadt und lernte 2 Jahre später Lilli kennen.
Ich hatte das Gefühl unsere Beziehung noch einmal zu erleben. Ich sah wie glücklich wir waren. Sah wie sie lächelte. Ich merkte wie viel Kraft mir dieses Lächeln schenkte und mir wurde klar, was ich all die Jahre vermisst hatte. Ich sah, wie wir zusammen reisten, wie wir uns stritten, wie wir uns wieder versöhnten. Aber der Streit schien so unbedeutend. Wir redeten, sie schrie mich an. Aber immerhin redeten wir, wir redeten. Heute schweigen wir nur noch. Schweigen ist schlimmer als jeder Streit.
Ich vermisste die Zeit. Ich wünschte mir eine zweite Chance. Ich merkte wie sehr ich diese Frau liebte.
Und dann sah ich, wie ich jeden Tag zur arbeit ging. Wie meine Frau weinend am Tisch sass. Die Hände im Gesicht vergraben. Die blonden Locken im Gesicht. Ich sah mich, wie ich arbeitete. Wie ich arbeitete. Und wie ich arbeitete. Und ich sah wieder meine Frau. Wie sie weinte, wie sie Spiegel zerbrach. Kam ich dann spät nachts nach Hause, so hörte ich sie schreien und doch war ihr Mund stets geschlossen. Verschlossen mit einem Lächeln so hart wie stein.
Ich spührte wie mir eine Träne die Wangen hinunter kullerte. Es tat weh. War das wirklich ich? Oder war das mein Vater? War das überhaupt ein Mensch? Kalt und gefühlslos? Ich wusste es. Und doch wollte ich es nicht glauben. Ich wusste nun für was ich lebte. Ich wusste ich würde meine Frau früher oder später verlieren, wenn ich sie nicht bereits verloren hatte. Mein Leben hatte sich genau in die Richtung gelenkt, die ich nie verstanden hatte, in die ich jedoch hineingeboren wurde. Doch nun, war es zu spät. Ich war tot. Ich würde meiner Frau nie wieder sagen können, dass sie mein Leben war. Ich würde mich nie entschuldigen können bei allen Menschen, denen ich Unrecht getan hatte. Mir wurde klar, dass Jean-Pièrre recht gehabt hatte. Ich hatte nie gesehen was ich alles besass, von Materiellen Dingen einmal abgesehen. Ich war so reich gewesen, als ich noch arbeitslos war. Ich wusste nun wer ich bin. Ich war Francis Decloma. Ausgebildet zum Arschloch. Doch wenn Gott mir noch eine Chance geben würde, dann wüsste er, wer er sein wollte.
Ein Mensch.
Ein Mensch mit Gefühlen.
Nun wollte ich kämpfen. Ich kämpfte gegen das Licht an, dass mich anzog. Ich wollte leben, ich wollte lieben.

In diesem Moment war ich zurück!
Ich fühlte mein Herz schlagen. Ich hatte unsägliche Schmerzen und trotzdem war ich so glücklich wie nie zu vor! Ich war allein. Mir wurde bewusst was geschehen war. Ich war nicht weg. Ich war am leben, in meiner eigenen perfekten Welt. Doch in meinem Herzen wusste ich nun, dass mein Leben nicht perfekt war. Aber es würde es werden.
Ich drückte den Notknopf und Schwestern stürzten ins Zimmer.


Später erfur ich, dass ich über eine Jahr im Koma gelegen hatte .
Die Schwestern erzählten mir, dass mich meine Frau jeden Tag besucht hatte. Jeden Tag.
Und als ich sie wiedersah sah sie mich an und sie hielt sich die Hände vor den Mund.
Sie flüsterte: "Du bist es...nicht war? Du bist endlich wieder da!" Und ich wusste, was sie damit meinte. Sie sprach nicht vom Koma, sie sprach von ihrem Ehemann, den sie immer geliebt hatte.

Die ganze Geschichte ist nun 5 Jahre her. Ich habe meinen Job gekündigt und arbeite nun als Kindergärtner. Ich habe eine 2 Jahre alte Tochter, die ganz eindeutig meine Nase hat, auch wenn es meine Frau nicht wahrhaben will. Ich bin glücklich und ich weiss nun es sind die kleinen Dinge im Leben, die kleinen Dinge im Leben, es geht um die kleinen Dinge im Leben.

Sonntag, 14. März 2010

Axolotl Roadkill-over and over again

Ich möchte beginnen, indem ich bemerke, dass mir die Geschichte bevor ich vom Plagiat gewusst habe, schon nicht gefallen hat.
Ich fand die vulgäre Sprache definitiv übertieben. Natürlich kann man anmerken, dass sie einen durchaus modernen Schreibstil gewählt hat. Man sagt heute nun mal "es isch geil gsi" und nicht "das hat mir jetz aber sehr gefallen". Trotzdem fand ich es stellenweise masslos und völlig unpassend! Wieso muss es eine "Scheiss Fotografie" sein? Ich bin 14 Jahre und kann wohl behaupten die Sprache der Jugend zu kennen. Jedoch wage ich zu behaupten, dass niemand sich in diesen Zusammenhängen und in solchen Themen so ausdrücken würde.
Nun, übertrieben oder nicht, jedem das Seine. Was ich jedoch schockierend fand, und ich bin ja nicht gerade konservativ, war, dass sie Themen wie Vergewaltigung dermassen hemmungslos, meiner Meinung nach pervers, sogar als normal oder harmlos dargestellt hat. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man einen Text verfassen kann, der solche Themen in solcher Art und Weise zeigt. Mir stellt sich die Frage, was sich die Autorin denn so vorstellt? Woher kommen solche kranke Fantasien? Ich wage zu bezweifeln, dass sie reine Vorstellung sind. Und wäre gerade die Vergewaltigung eine Fantasie, wäre das nicht genauso krank? Ich finde es gut, dass man in der Literatur Dinge schreiben kann, die man vielleicht nicht sagen oder machen würde. Dennoch bestehen für mich einige Grenzen und die hat Helene Hegemann weitaus überschritten. Und dies alles wird durch den herben Schreibstil beinahe provokant hervorgebracht. Bleiben wir bei dieser provokanten Haltung.

Man hat also entdeckt, dass Helene Hegemann eindeutig ganze Abschnitte, gar Seiten, plagiert hat.
Diese Frau ist mir ein Rätsel. Eine 17jährige wird in den höchsten Tönen gelobt. Für ihren Wortreichtum, die einzigartige Sichtweise und die Darstellung einer Gesellschaft die uns so fremd erscheint und doch die Unsere ist.
Wenige Zeit später bröckelt die Fassade bereits stark. Für mich ist die Plagiatsgeschichte eine Bestätigung. Ich hatte mir das Interview mit Helene Hegemann bereits bevor ich von den erschreckenden Erkenntnissen gehört hatte, angesehen. Bereits damals konnte ich mich nicht mit der Autorin anfreunden. Sie redete durchaus mit einem breiten Wortschatz, was man ja eigentlich auch bewundern kann, irgendwoher kommt das ja. Doch mir schien es, als wäre sie nur darauf konsentriert, möglichst schwierige Sätze zu bilden. Mir schleicht an dieser Stelle immer ein lächerlicher Vergleich ins Gedächtnis: Die Geschichte mit dem Kaiser und den unsichtbaren Kleidern. Ich nehme an, man kennt diese Geschichte.
Helene Hegemann schreibt für mich einen Text, der so komplex und auch teilweise so sinnlos und zusammenhangslos, sowie erschreckend direkt und prüde ist, dass sich jeder denkt: " Das wird wohl intelligent sein." Und somit wird das "Werk" gelobt, unterstrichen von dem Fakt, dass die Autorin wahrscheinlich jünger als jeder der Kritiker ist. Kurz und bündig wird sie als Talent gefeiert.
Natürlich, auch dies kann man Talent nennen. Trotzdem ist für mich ein Plagiat, das mehrere Seiten umfasst und dabei nicht einmal abgeändert wurde, eine Frechheit.
Um zur Provokation zurück zu kommen, die Dreistheit einen Text wortgenau zu kopieren und dann "per äxküsi" später einmal eine kleine Namenserwähnung zu drucken, zeugt für mich von einer jungen Frau, die sich einen Spass mit der Gesellschaft leistet und diesen ja auch genügend auskosten konnte.
Um auf den Punkt zu kommen, ein Plagiat ist für mich keine Kunst. Höchstens Bewunderung für einen Menschen. Die Vorstellung, der Wunsch man selbst besässe dieses Talent wird zu Neid.

Man könnte wohl stundenlang über diese Buch und dessen Autorin diskutieren. Ob gut oder nicht gut, ob Kunst oder Frechheit, schlussendlich zählt auch hier der persöhnliche Geschmack.
Meiner ist es definitiv nicht.

Sonntag, 24. Januar 2010

Nora & Selma

Der zweitletzte Vortrag wurde am Donnerstag den 21.01 von Nora und Selma gehalten.
Die Geschichte, die sie behandelt hatten, schien mir sehr schwierig zu verstehen und auch besonders zu interpretieren.
Ich möchte damit sagen, dass sie es ganz bestimmt nicht leicht hatten.

Ich beginne mit Nora:

Nora hat sehr frei gesprochen, trotzdem schien es mir, dass sie den Text ziemlich gut auswendig konnte, vielleicht beinahe ein wenig zu gut.
Sie hatte eins sehr angenehmes Tempo und man hat sie gut verstanden. Ausserdem konnte ich ihr sehr gut folgen.
Sie hat die Geschichte gut zusammengefasst.
Ich möchte noch bemerken, dass sie sich sehr bemüht hat, die Erzählung spannend zu präsentieren.
Ich finde das ein sehr interessanter Punkt und ich finde es gut, dass sie sich damit beschäftigt hat, aber nach meinem Geschmack war es fast ein wenig zu übertrieben, es schien manchmal ein bisschen gezwungen.
Aber ich würde es als ein positives Kriterium nehmen, weil sie es versucht hat und dem Zuhörer etwas bieten wollte.

Selma: Auch bei dir hat mir die Lautstärke, sowie das Tempo gefallen.
Du hast ebenfalls recht frei gesprochen und deine Interpretation war verständlich und gut formuliert.
Was ich vielleicht sagen könnte...ich fand, dass zwischen der Interpretation und der Diskusion fast ein fliegender Wechsel stattfand. :D
Aber ich fand das nicht stöhrend und wir brachten uns ja auch fleissig in das Referat ein und liessen ihnen somit auch fast keine Wahl.
Die Diskussion fand ich spannend und die Fragen waren gut formuliert und sehr interessant.


Zum Schluss noch: Die Definition des magischen Realismus fand ich sehr interessant. Ihr habt ein Thema aufgegriffen, das in der Geschichte sehr zentral und trotzdem nicht offensichtlich war.
Bravo!

Sonntag, 17. Januar 2010

Lukas, Cecile, Emanuele

Vergangenen Donnerstag hielten Lukas, Cecile und Emanuele ihr Referat zu ihrer Geschichte "verschollen auf der Krim".

Den Anfang machte Emanuele, deshalb werde ich auch mit ihm beginnen:
Emanuele fasste die Geschichte zusammen. Ich konnte ihm leider nicht ganz folgen. Er hatte ein wenig ein Durcheinander und ich fand es schade, dass er teilweise Namen und anderes nicht aussprechen konnte, oder sie sehr ablesen musste; man hatte den Eindruck, er habe sich nicht gut vorbereitet, lese vielmehr einen Text vor, den er selber nicht richtig versteht. Die Lautstärke war angenehm und das Redetempo entsprach etwa meiner Kapazität im Zuhören und Verarbeiten.=)

Man muss sagen, dass es nicht schlecht wahr. Ich möchte auch anmerken, dass ich ihm das Beste wünshe, was Noten betrifft und ich ihn hier nicht runterziehen möchte.
Mit ein wenig mehr Aufwand, wäre das Ganze wahrscheinlich gelungen.

Nun zu Lukas:
Lukas brachte uns den Autor näher. Oft sind längere biografische Informationen zu einem Autor einer Geschichte recht uninteressant, zumal einem die Geschichte selbst interessiert und nicht deren Verfasser. Ich finde jedoch, dass Lukas aus diesem Thema sehr viel herausgeholt hat, und mit der Lesung einen auffrischenden und amüsanten Rahmen gebildet hat.
Mündlich gesehen machte er seine Sache recht gut und lockerte mit seiner leichten Redeart vermischt mit ein paar Lachern( die ihn wohl perfekt charakterisieren:D )das trockene Thema auf.

Cecile erarbeitete und präsentierte die Interpretation, die natürlich sehr wesentlich ist.
Ich konnte ihre Gedankenschlüsse nachvollziehen und mir gefiel ihre Darbietung. Sie sprach laut und deutlich, ebenso war das Tempo angenehm und alles wirkte recht natürlich.
Was es zu bemängeln gab, war eigentlich nur eine persöhnliche Meinung von mir.
Ich hätte aus dem Text interpretiert, dass auch die Sturheit der Menschen dargestellt wird. Meiner Meinung nach war dies auch ein Hintergedanke des Verfassers und gleichzeitig natürlich eine Botschaft für den Leser. Um meine Ansicht genauer zu zeigen, hier das Beispiel: Das Vorurteil des einen war negativ. Das Anderen positiv. Nach dem Erlebnis vertreten beide die Ursprüngliche Ansicht. Ich denke man möchte zeigen, dass man gegensätzliche Erlebnisse nicht eingestehen will und seine Ursprungsansicht bestätigen und damit keine Schwäche zeigen will.

Das ist natürlich meine Meinung und deshalb nicht relevant für Ceciles Leistung, die meiner Meinung nach sehr gut war.

Die Diskussion wurde gut geleitet und einige interessante Einwürfe wurden gebracht.

Samstag, 9. Januar 2010

Milena, Mirijam & Chiara

Am Donnerstag hielten Milena, Chiara und Mirijam ihr Referat bzw. ihre Stunde zu ihrer Geschichte.

Ich denke, um zuerst ein bisschen zusammenzufassen, habt ihr die Aufgabe relativ gut gemeistert! Ihr habt spannende Informationen, nicht nur zur Geschichte an sich, sondern auch, was ich sehr positiv fand, gesucht und sie in der Stunde gut eingebettet. Der rote Faden war vorhanden und man hat alle gut verstanden.

Zu Mirijam: Du hast zwar gut gesprochen, jedoch sehr vieles auswendig gelernt, nehme ich jetzt mal an. Ich möchte hier nicht beleidigend rüber kommen, doch Kritik gehört nun mal dazu. Deine Zusammenfassung war klar strukturiert und du hast eine angenehme Länge gefunden.
Ich muss leider noch anmerken, dass du etwas wenig zu Wort kamst, was mich eigentlich zwar nicht gestöhrt hat, was aber vielleicht besser hätte sein können.

Nun richte ich mich an Milena: Du hast laut und deutlich gesprochen und sehr viele Informatinen gebracht. Ich fand es sehr ein guter Schachzug, eine Person, in diesem Fall also dich, zu der Person zu machen, die Informationen ausserhalb des Inhalts der Geschichte sucht und sie präsentiert. Man hatte somit eine klare Abtrennung zur Geschichte, die Chiara thematisierte und Mirjam auffrischte und der Hintergrundinformationen, die im Text und zum Autor eine wichtige Rolle spielen.
Du hast über Themen recherchiert, die sehr spannend waren und über die ich noch nicht viel wusste, dass war sehr interessant und hat geholfen die Geschichte zu verstehen.
Jedoch habe ich die Definition von Faschismus nicht ganz begriffen.

Zu guter letzt Chiara: Du warst für mich wie...der Spielemacher im Fussball. Du hast die Themen von Mirijam und Milena verbunden und sie unterstrichen mit der Interpretation. Du hast relativ frei gesprochen und man hat dich gut verstanden. Es schien nicht auswendiggelernt und die Interpretation fand ich gut. Man konnte alles nachvollziehen und verstand nach und nach den Sinn und die Hintergründe der Geschichte immer besser.

Zur Diskussion möchte ich sagen, dass sie zwar gut geleitet wurde, aber leider nicht richtig zu Stande kam. Wir waren alle einer Meinung, was eigentlich vorhersehbar war und haben deshalb eher Erfahrungen und Erlebnisse ausgetauscht, als Meinungsverschiedenheiten diskutiert. Es war eine andere Art de Unterhaltung und sie war auch interessant, trotzdem hätte es vielleicht noch andere Punkte in der Geschichte gehabt, die besser diskutiert werden hätten können, und die vor allem Meinungsverschiedenheiten hervorgerufen hätten. Zum Beispiel die Frage, ob die Schwester denn verpflichtet ist, sich um ihre behinderte Schwester zu kümmern.

Alles in allem habt ihr eine gute Stunde Gestaltet und wart kreativ, ich spreche hier das sehr amüsante Spiel mit der falschen Hand zu schreiben an. Man konnte sich richtig in die Hauptperson einfühlen und es wurde einem wieder einmal bewusst, wie extrem solche unscheinbaren Dinge einem doch beschränken können. Das fand ich eine sehr positive und passende Erfahrung.

Kompliment!Gute Arbeit!