Samstag, 25. September 2010

Arbeitsjournal 5

Wir setzten uns am letzten Dienstag wieder in die Mensa. Doch diesmal würde alles beginnen. Wir würden nun unsere ersten Zeilen schreiben! Ich war aufgeregt und ich gebe zu, dass ich so meine Bedenken hatte.
Was, wenn wir uns nicht einigen könnten? Was, wenn wir merkten, dass wir zu wenig hatten? Ausserdem hatte ich ein wenig Angst vor dem Begriff "Reportage". Natürlich, wir hatten uns einen ganzen Morgen mit dem Textaufbau und Stil beschäftigt; unsere damaligen Reportagen wurden analysiert und man sagte uns, was man verbessern könnte und was nicht in eine Reportage gehörte. Aber das war lange her, ich hätte mir eine auffrischung gewünscht.(Um ein wieder ein wenig ins Thema zu finden, besprachen wir vor dem schreiben noch einmal, was uns in Erinnerung geblieben war, doch es blieben offene Fragen zurück.)
Vor allem machte ich mir Gedanken über die Beschreibung. Ich habe bereits im letzten Arbeitsjournal erwähnt, wie heftig uns die Beschreibung ans Herz gelegt worden war. Nun fragte ich mich: Wie weit reicht denn das?
Darf ich schreiben: "Die Frau hatte rote Haare",?-Oder musste ich schreiben: "Die Haare besassen den Farbton einer reifen Tomate", ?
Ich überlegt mir weiter, dass wenn ich tatsächlich die zweite Variante verwenden müsste, dass sich dann Beschreibungen bis ins Unendliche ziehen können! Ich war verwirrt und ich wusste nicht mehr recht, was ich nun durfte bzw. sollte, und was nicht.
Der Hintergedanke etwas falsches zu machen blieb die ganze Zeit als wir schrieben.
Immer wieder fragte ich Cristiana, nachdem sie mir einen Satz präsentiert hatte, der wirklich zutreffend war und mir auch sehr gefiel: "Aber, dürfen wir das schreiben?- Meinst du nicht wir müssen es umschreiben, ist da nicht zu viel Information gegeben?"

Ehrlich gesagt war ich nicht sehr glücklich mit diesem Hintergedanken schreiben zu müssen. Ich will eine möglichst gute Reportage schreiben. Erstens, weil ich eigentlich immer genau das als Beruf machen wollte, und zweitens, weil ich nicht einen allzu tollen Schnitt im Arbeitsjournal habe, mir also keine schlechte Note erlauben darf und will.

Ich weiss nicht wie es anderen ergangen ist, aber ich fühlte mich schon ein bisschen ins kalte Wasser geworfen, wenn man bedenkt, dass eine Reportage zu verfassen keines Wegs eine einfache Aufgabe ist!

Die zweite Schwierigketi war, dass wir zu zweit waren.
Ich schrieb bereits im ersten Arbeitsjournal, dass ich zuerst allein arbeiten wollte, entschied mich schlussendlich aber dagegen, da ich mir die Arbeit allein viel langweiliger vorstellte, und ich mir ein besseres Resultat erhoffte, wenn zwei Personen Ideen und Stil vereinen.

Letzteres wurde zur Schwierigkeit.
Ich traute mich beinahe nicht einen Satz einzutippen, ohne Cristiana nicht mindestens zweimal zu fragen, ob es so nun gut ist. Es ist nicht einfach zusammen zu schreiben, weil man immer glaubt, dem anderen gefällt es so nicht, oder er hätte es lieber anders.

Positiv war auch, dass wir definitiv genug "Stoff" gesammelt hatten und uns auch sehr gut einigen konnten. Meine anfänglichen Bedenken waren also unberechtig.

Allerdings bin ich mir ziemlich unsicher, ob unser Text dem entspricht, was sie verlangen. Deshalb bin ich sehr gespannt was sie sagen, nachdem wir ihnen den Text für ein erstes Feedback abgeben werden.(Nächste Woche)
Ich gebe zu, dass ich ziemlich Angst habe, dass wir die Aufgabe falsch angepackt haben.


Auch wenn ich mich mit Cristiana sehr gut verstehe und wir bei unseren Recherchen sehr viel Spass hatten, denke ich, wäre man sehr viel schneller allein vorwärtsgekommen.

Wir schrieben am Dienstag 1 1/2 Seiten und liegen somit gut im Zeitplan.
Doch wie gesagt, war das schreiben anstrengend und zeitaufwendig.

Trotzdem glaube ich, dass unser Text, durch unseren Austausch, besser wird.
Er spiegelt den Stil und die Persöhnlichkeit von uns beiden wieder und deshalb hat er, meiner Meinung nach, viel an Qualität dazugewonnen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen