Sonntag, 3. Oktober 2010

Arbeitsjournal 6-endlich naht ein Ende

Da Cristiana am Dienstag leider krank war, beschlossen wir unsere Reportage per Telefon zu Ende zu schreiben. Obwohl wir ein ganzes Stück weiterkamen, fehlte uns ca. eine halbe Seite. Wir begannen zu überlegen, was wir noch einfügen könnten, doch es wollte uns nichts einfallen. Natürlich, wir könnten ein weiteres Beispiel zu unserem Thema nennen (da gäbe es tausende), aber irgendwie wäre das langweilig.

Als ich neben Chiara und Milena im Aquarium sass, sie arbeiteten gerade an ihrer Reportage, hörte ich, dass sie ihre Meinung einbauten. Sofort rief ich: "Hey, dass def mer imfall gar nöd!" Doch Chiara erklärte mir, dass sie gefragt hatten, und es durchaus erlaubt sei.

Nun stellte sich mir eine wichtige Frage: "Häää?"

Hatte ich etwa nicht zugehört? Man hatte uns doch eingetrichtert, dass die eigene Meinung in einer Reportage nicht angebracht ist. Man solle neutral schreiben, gerade so, dass der Leser sich seine Meinung frei bilden kann und soll. Und nun soll man das doch dürfen?

Ich wusste nicht mehr so recht was ich denken sollte und ehrlich gesagt fand ich es ein wenig blöd. Wir hatten so viel über Reportagen gehört und ich hatte mir das auch eingeprägt. Als ich dann mit Cristiana an unserem Text gearbeitet hatte, hatte ich stets versucht mich möglichst genau an die "Regeln" zu halten. Wir verbrachten etliche Minuten damit, uns einen Satz zurechtzulegen, ohne zu viel zu verraten oder ohne eine Meinung durchblicken zu lassen. Wenn man genau sein will, ist das nämlich sehr anstrengend!
Und jetzt plötzlich heisst es, man darf das?
Aber, wie unterscheidet sich dann eine Reportage von einem normalen Text? Ich kann mir jetzt noch weniger darunter vorstellen. Vorher hatte ich wenigstens eine kleine Ahnung davon, was eine gute Eeportage ausmacht, aber jetzt, weiss ich noch weniger, was ich darf und was nicht.

Da uns, wie bereits erwähnt, noch Text fehlte, schrieb ich Herrn Lutz also eine Mail, um zu fragen, ob wir unsere Meinung auch einbringen dürfen.

Die Antwort kam in Form eines Textes, der mir Lesestoff für die gesamten Ferien lieferte: Ja, es sei erlaubt, manchmal sogar notwendig!

Was heisst denn das schon wieder? Woher weiss ich nun, ob mein Text eine Meinung benötigt oder nicht?

Ich bin ziemlich verwirrt. Uns wurde das alles, gar nicht mitgeteilt und für mich persöhnlich, hätte sich der Text anders entwickelt, hätten wir von Anfang an mehr Informationen zum Schreibstil Reportage gehabt. Ich werde diesen Punkt natürlich dann in der Reflexion zum Projekt noch genauer ausführen.

Nun, ich sitze immer wieder vor dieser Reportage und möchte dieses ganze Projekt nun endlich abschliessen. Ehrlich gesagt, habe ich so langsam richtig die Nase voll!
Leider muss ich mich aber noch ein wenig gedulden, da ich Cristiana momentan nicht erreichen kann.
Aber langweilig wird mir bestimmt nicht, es wartet noch ein Berg von unerledigten Dingen auf mich.
Juhuuu!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen