Sonntag, 27. Juni 2010

Modularbeit "das Parfum" 1

Vorher - nachher - Text

Nun war es bestimmt. Wir würden den Roman „das Parfum“ von Patrick Süskind lesen. Es war der erste Text, den ich in der Schule lesen sollte, auf den ich mich auch wirklich freute bzw. den ich freiwillig lesen würde.

Ich hatte den Film vor geraumer Zeit gesehen und sogar schon einmal ein bisschen im Hörbuch geschnuppert. Jenes hatte ich aber ziemlich schnell wieder weggelegt, da es so trocken gesprochen war, dass ich beinahe einschlief. Ich hatte also eigentlich nicht gerade gute Erfahrungen mit der Geschichte gemacht. Auch der Film überzeugte mich nicht ganz. Obschon ich bereits damals von der Fantasie des Autors begeistert war.
Doch ich war, wie schon anfangs erwähnt, durchaus positiv eingestellt. Das lag wohl hauptsächlich daran, dass meine Mutter ziemlich begeistert von dem Buch war. Man glaube die Dinge zu riechen, die beschrieben werden, erzählte sie mir immer und immer wieder.

Vom Film war mir nicht viel geblieben. Eigentlich nur die Szene, in der Laure getötet wird und die Orgie mit dem bitter süssen Ende Grenouilles. Ich war gespannt. – War jener Schluss wirklich so skurril, wie ich ihn in Erinnerung hatte? Ich erwartete vor allem eins: viele Morde!

Und was bekam ich?

Ich hatte mich getäuscht. Der Roman war viel mehr das Portrait eines Genies, als ein Krimi. Die zahlreich erwarteten Morde kamen erst gegen Schluss des Buches. Im Zentrum der Erzählung stand kein Verbrechen, (die Morde werden allgemein nicht wirklich als Verbrechen dargestellt) sondern die Person Grenouille, ob Monster, ob Wunderkind. Ich war positiv überrascht. Der Autor hatte eine unglaublich spannende, gleichzeitig schreckliche, als auch bewundernswerte Figur erschaffen: Jean-Baptiste Grenouille.
Der Roman spaltet die Gefühle des Lesers immer wieder. Man wusste nicht mehr, ob man diesen Grenouille nun abstossend oder einfach nur genial fand, oder musste man ihn gar bemitleiden? – Würde er überhaupt bemitleidet werden wollen? Ich finde der Autor hat einen Roman geschrieben, der einen zum nachdenken anregt, der einen blitzschnell von pro wieder zu kontra katapultiert und der ganz einfach fasziniert.

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