Montag, 29. März 2010

sich unterhalten

Was bedeutet sich unterhalten eigentlich?
Kann man ein: "ja, mmhm, ööh, nein, ok, bye" , in einem kurzen Telefongespräch überhaupt eine Unterhaltung nennen? Oder ist der Begriff sich zu unterhalten in unserem Zeitalter bereits völlig untergegangen!?

"Hey Alte, gömmer Migros." "Voll isi, Nigga, chilled mers", so hört man es Tag täglich auf der Strasse.

Kommunikation durch Laute, Fremdwörter und oft auch völlig frei erfundenen Wortschatz ist sehr präsent, vor allem in der Jugendszene. Aber unterhaltet man sich denn so? Wie definiert man "sich unterhalten?".

Darf nur: " Exzelenz, ihr Kleid umschmeichelt ihre zarte Gestalt beinahe frühlingshaft schön und lieblich in dieser farbenprächtigen Gartenkullisse" , als echte Unterhaltung angesehen werden?
Muss man com Gesprächspartner immer zwingend eine Antwort hören?
Oder kann dieser auch mit Schweigen zustimmen? Zählt das alte Sprichwort "ein Blick sagt mehr als tausend Worte?".

Nun, ohne Zweifel, hat sich die Sprache der Leute, im Laufe der Jahre massiv verändert.
Ich würde trotzdem behaupten, dass eine Unterhaltung immer dann als jene bezeichnet werden darf, solange mindestens zwei Personen daran beteiligt sind und ein Austausch von Meinungen, Informationen oder Anderem stattfindet. Früher, ich weise auf das obere Beispiel hin, sprach man oft sehr ausführlich, man beschrieb und umschrieb alles möglichst kreativ.

Nun frage ich mich ob in der heutigen Sprache nun weniger Information vorhanden ist.
Dafür ein kleines Beispiel:

Information: Die Musik ist schön.

"Alte Fassung": "Der Klang jender filigranen Instrumente streicht sanft über die verwöhnten Ohren meiner Selbst. Unfassbar welch Kunst, welch Genie in diesen Opus gelget wurde, welch Perfektion er wiederspiegelt."

"Heutige Fassung":"De Sound isch herte Scheiss."

Nun,denke ich, ist die zweite Fassung eigentlich inhaltlich gesehen präziser und vor allem bündig.
Stilistisch gesehen liefert die erste Fassung natürlich mehr Platz für Kreativität und man kann sich selbstverständlich auch sehr gut präsentieren. Die erste Fassunge scheint auf den ersten Blick oft unübersichtlich und übertrieben, doch auch die zweite Fassung hat ihre Tüken. Ich wage es nämlich zu bezweifeln, dass ein junger Mann Ende dreissig weiss was "en riise Schuss" in der Jugendsprache bedeutet. Somit ist auch der zweite Text nicht für jeder Mann klar zu verstehen.

Um auch die Grammatischen Aspekte zu klären, leidet die Sprache natürlich unter den Abkürzungen und Umformungen der heutigen Sprache. Trotzdem ist sie schnell und einfach und sie muss nicht zwingend ausschlaggebend für schlechte Deutschnoten sein, da bin ich mir sicher. (Eine Gewisse Gefahr, dass Wörter verloren gehen besteht natürlich, aber dies ist meiner Meinung nach nicht schlimm.

Mit dieser Feststellung beende ich das Thema mit dem Statement: Die Sprache oder die Unterhaltung hat sich sicherlich verändert, doch dass dies schlecht ist, denke ich nicht. Schwierig ist es für die älteren Generationen nur eine Veränderung zu akzeptieren, vielleicht weil ihnen dadurch ihr Alter vor die Nase gehalten wird.

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