König Ödipus, ich bin schockiert. Prometheus, ich bin schockiert. Iphigenie auf Thauris, ich bin schockiert!
Vatermord, Liebschaften mit der eigenen Mutter, ewiges Leiden, Brudermord. So viel Grausamkeit.
Ich frage mich immer wieder: wieso?
Die griechischen Sagen leben fast schon von dieser Brutalität, sie ist ein wichtiger Teil des Inhalts und immer vorhanden.
Ich frage mich, woher das kommt, was der Sinn dahinter oder die Auswirkungen sind.
Was mir als erstes auffällt, ist, dass diese Gräueltaten immer relativ trocken geschildert werden, fast schon nebenbei erwähnt werden. Der Hauptinhalt der Geschichten ist immer das Leiden von Leuten, nicht aber speziell der Ursprung dieses Leiden. Es scheint mir manchmal fast so, als ob krankhaft nach verstrickten Umständen gesucht wird, nur um wieder eine ausweglose und erdrückende Situation für den Protagonisten zu erschaffen.
Liest man die Texte, kann man den Inhalt oft fast nicht glauben, man kann es nicht fassen und man möchte es eigentlich auch nicht wahrhaben.
Eine weitere Beobachtung ist, dass die Grausamkeiten eigentlich nie einem schlechten Charakter zugeschrieben werden. Alles wird immer so formuliert, dass zwar ein Mord begangen wird (oft aus einem vorhergehenden Konflikt) und dann erst später herauskommt, dass es ein Familienmitglied war oder die Umstände doch anders waren.
Die Schuld des Protagonisten wird durch das Schicksal etwas gedämpft und vom Leser noch dramatischer aufgenommen. Man würde sich nicht in einen Menschen hineinversetzen der aus Eifersucht seinen Bruder ermordet. Werden die beiden Männer aber vom Schicksal, nach einer Trennung in Kindstagen, zusammengeführt und in einem Streit erschlägt der eine unwissentlich seinen eigenen Bruder, dann versetzt man sich als Leser in seine Lage. Man leider mit der Person und denkt sich: "Er wusste das doch nicht! Der Arme!". Weil die Gräueltaten immer so verschleiert sind, wirken sie so unschuldig! Man vergisst zwischendurch oft, dass am Anfang des Leidens trotzdem ein Verbrechen steht. Ob dies nun versehntlich an einem Bruder oder an irgendeiner Person begangen wurde, ist eigentlich nur ein Detail.
Ist vielleicht genau das der Sinn? Dass man sich in die Lage dieser scheinbar vom Schicksal gestraften Menschen hieneinversetzt?
Ich kann diese Frage nicht ganz überzeugt mit ja beantworten. Für mich persöhnlich sind die Geschichten oft sehr anstrengend und unwirklich. Die Schicksale sind schrecklich aber irgendwie zu gesucht. Es wirkt nicht realistisch und deshalb kann ich mich dann eben doch wieder nicht ganz in die Person hineinfühlen.
Ein weiterer Knackpunkt in meiner Analyse wäre die Rolle der Götter. Kann man sie in den griechischen Sagen mit dem oben oft erwähnten Schicksal gleichstellen? Sollen die Sagen die Macht der Götter über den Menschen demonstrieren oder sind sie nur ein Symbol für das Unbegreifliche? Eine Verbildlichung oder Vereinfachung für den Menschen, um unerklärte Wege des Lebens verständlicher zu machen oder eine schlimme Situation besser verdauen zu können?
Wie funktioniert das dann aber für den "Täter"? Wenn man erkennt, dass die Götter eigentlich mehr eine Stütze sind, heisst das dann für einen Mörder, dass er sich eine Illusion macht oder machen darf, um so seine Tat überhaupt verkraften oder sogar vertreten zu können?
Wäre das dann noch positiv? Soll man dann seine Taten mit dem Schicksal oder göttlichen Willen begründen dürfen?
Darf man riskieren, dass sich Menschen von ihren Taten abspalten können, nur weil es anscheinend nicht in ihren Händen liegt?
Wieso sollten griechische Sagen so etwas wollen?
Vielleicht ist ihr Sinn auch, dass eben alles etwas unwirklich scheint und der Leser auf eine Art getäuscht wird, damit er sich mit solch schlimmen Dingen auseinandersetzt, ohne dass sie ihm so präsent vorkommen, ohne dass er das Gefühl hat, man möchte direkt an ihn apellieren. Eine versteckte Belehrung also.
Fragen über Fragen, die ich wahrscheinlich nie vollständig beantworten kann. Trotzdem denke ich, dass auch die dahingestellten, unbeantworteten Fragen irendwodurch ihren Zweck erfüllen. Sie auszuformulieren, hat mich bereits auf Spuren geleitet, denen ich eventuell in einem späteren Blog nachgehen werde.
Freitag, 6. April 2012
Donnerstag, 29. März 2012
Rückmeldung zu einer kleinen Recherche über Christian von Aster
Der erste Text, den ich von Christian von Aster las, war "der Diebesprinz von Yashnapur".
Bereits nach wenigen Sätzen war ich vom Schreibstil des Autors begeistert. Eine Geschichte àla 1001 Nacht lässt einen doch immer wieder gerne zum Kind werden.
Mir gefiel die Vorstellung vom Raub nichtmaterieller Dinge, wie zum Beispiel dem letzten klaren Gedanken eines Verrückten, unglaublich gut.
Christian von Aster versteht es, den Leser in einen Bann zu ziehen. Die Geschichte war vom ersten bis zum letzten Satz sehr spannend.
Meine Recherche ging auf youtube weiter mit "Vom Trollblut im Menschen". (http://www.youtube.com/watch?v=xLFFI7p766g)
Ich war fasziniert, von der Art, wie er liest.
Schon die Texte fesselten mich, aber erzählt wirken sie noch besser. Man begibt sich gerne in die Rolle des stillen, neugierigen Zuhörers. Man fühlt sich an seine Kindheit erinnert, auch wenn die Texte, meiner Meinung nach, nicht speziell für Kinder verfasst wurden. Sie sind tiefgründig und vielleicht in der Moral schwerer zu verstehen als typische Kindermärchen.
Gerade nach der Geschichte "Vom Trollblut im Menschen" musste ich mir echt eine Weile Zeit nehmen, um darüber nachzudenken. Die Moral scheint mir besser versteckt zu sein, so dass sie einen beschäftigt.
Weiter ging es mit "Apocalypse au chocolat".
(http://www.youtube.com/watch?v=vB7h3T48oio)
Dieser Text hat mir extrem gut gefallen.
Der Titel ist schon mal toll. Ich mag seine sarkastische Art und die Ironie, mit der er gnadenlos kritisiert.
Wenn man nicht genau hinhört, könnte man vielleicht wirklich meinen, dies sei ein ernstzunehmender Bericht über Satanismus ect.
Höchst amüsant und genial geschrieben!
Was mir bei ihm allgemein aufgefallen ist, ist, dass er den Zuhörer bzw. den Leser fordert.
Man muss genau hinhören und sich auf seine Worte konzentrieren, um den Text und schlussendlich die Moral oder die Botschaft erkennen zu können.
Sehr positiv finde ich auch, wie er mit Humor arbeitet. Man hört sich gerne einen Text über ein ernstes Thema an, wenn es auf eine witzige Art präsentiert wird, ohne, dass man es dann deswegen nicht ernst nimmt.
Zum Thema Humor habe ich auch einen kleinen Kurzfilm von ihm geschaut:
http://www.youtube.com/watch?v=3o_b_zIxZcI
Ich finde ihn genial und er fasst meine Feststellungen oben ziemlich gut zusammen.
Mein Fazit zu Christian von Aster ist:
Schade, konnte ich seine Lesung nicht besuchen, toller Autor, mehr davon!
Bereits nach wenigen Sätzen war ich vom Schreibstil des Autors begeistert. Eine Geschichte àla 1001 Nacht lässt einen doch immer wieder gerne zum Kind werden.
Mir gefiel die Vorstellung vom Raub nichtmaterieller Dinge, wie zum Beispiel dem letzten klaren Gedanken eines Verrückten, unglaublich gut.
Christian von Aster versteht es, den Leser in einen Bann zu ziehen. Die Geschichte war vom ersten bis zum letzten Satz sehr spannend.
Meine Recherche ging auf youtube weiter mit "Vom Trollblut im Menschen". (http://www.youtube.com/watch?v=xLFFI7p766g)
Ich war fasziniert, von der Art, wie er liest.
Schon die Texte fesselten mich, aber erzählt wirken sie noch besser. Man begibt sich gerne in die Rolle des stillen, neugierigen Zuhörers. Man fühlt sich an seine Kindheit erinnert, auch wenn die Texte, meiner Meinung nach, nicht speziell für Kinder verfasst wurden. Sie sind tiefgründig und vielleicht in der Moral schwerer zu verstehen als typische Kindermärchen.
Gerade nach der Geschichte "Vom Trollblut im Menschen" musste ich mir echt eine Weile Zeit nehmen, um darüber nachzudenken. Die Moral scheint mir besser versteckt zu sein, so dass sie einen beschäftigt.
Weiter ging es mit "Apocalypse au chocolat".
(http://www.youtube.com/watch?v=vB7h3T48oio)
Dieser Text hat mir extrem gut gefallen.
Der Titel ist schon mal toll. Ich mag seine sarkastische Art und die Ironie, mit der er gnadenlos kritisiert.
Wenn man nicht genau hinhört, könnte man vielleicht wirklich meinen, dies sei ein ernstzunehmender Bericht über Satanismus ect.
Höchst amüsant und genial geschrieben!
Was mir bei ihm allgemein aufgefallen ist, ist, dass er den Zuhörer bzw. den Leser fordert.
Man muss genau hinhören und sich auf seine Worte konzentrieren, um den Text und schlussendlich die Moral oder die Botschaft erkennen zu können.
Sehr positiv finde ich auch, wie er mit Humor arbeitet. Man hört sich gerne einen Text über ein ernstes Thema an, wenn es auf eine witzige Art präsentiert wird, ohne, dass man es dann deswegen nicht ernst nimmt.
Zum Thema Humor habe ich auch einen kleinen Kurzfilm von ihm geschaut:
http://www.youtube.com/watch?v=3o_b_zIxZcI
Ich finde ihn genial und er fasst meine Feststellungen oben ziemlich gut zusammen.
Mein Fazit zu Christian von Aster ist:
Schade, konnte ich seine Lesung nicht besuchen, toller Autor, mehr davon!
Sonntag, 18. März 2012
Rückblick : "die Leiden des jungen Werther"
Nun hat das Leiden ein Ende.
Nachdem ich das Stück beiseite gelegt habe, weiss ich einen Moment weder etwas zu sagen, noch zu denken. Dies ist eigentlich ein sehr gutes Zeichen. Trotzdem kann ich mich in diesem Fall nicht ganz entscheiden.
Ich kann nicht sagen, ob ich das Stück mochte, oder nicht. In einer Sache bin ich mir aber sehr sicher: Ich habe gelitten; mitgelitten. Werthers Schicksal und die dramatische Inszenierung seines Weges in den Tod ziehen einen definitiv in einen Bann, auch wenn ich das Gefühl habe, dass ich zwischendurch wohl eher auch gelitten habe, weil das Buch doch auch etwas langweilig war.
Mir persöhnlich hat der epochentypische Einsatz der Natur sehr gefallen.
Ich mochte, wie einem eine Stimmung oder Gefühle durch eine simple Beschreibung erzeugt und vermittelt wurden.
Gerade weil die Sprache für mich eher etwas befremdlich und künstlich wirkt, berührte mich die Beschreibung z.B eines Sturms deutlich mehr als nur die geschriebene Handlungen der leidenden Person.
Was mir weniger Gefallen hat war, dass für mich die Person Werhter unsympathische Charaktereigenschaften an den Tag legte, auch wenn diese wahrscheinlich bewusst so gewählt wurden. Unsympathisch in dem Sinne, dass er, obwohl das auch Teil der Geschichte ist, übertrieben handelte.
Zwischendurch hätte ich ihm gerne mal in den Hintern getreten und ihm gesagt, er solle sich doch einmal zusammenreissen.
Ich denke, dass die Idee hinter der Geschichte, eine leidende Person zu begleiten und ihren Leidensweg mitzuverfolgen und vor allem mitzufühlen, durchaus auch mit einem spannenderen Rahmen (damit meine ich die Situation mit Lotte, die, meiner Meinung nach, nicht so speziell dramatisch war) funktioniert hätte. Wahrscheinlich war dies dem Autor ganz einfach nicht wichtig oder er wollte eben sein Leben festhalten.
Alles in Allem kann ich sagen, dass dieses Buch, auch wenn ich mich oft nicht wirklich darauf konzentrieren konnte, eine gute Erfahrung war. Ich fand es gut, dass wir es in der Schule zusammen gelesen haben, weil ich dies privat wahrscheinlich nicht gemacht hätte.
"Die Leiden des jungen Werhter" hat auch mit den kleinen Schwächen und vielleicht auch gerade mit ihnen eine Faszination.
Nachdem ich das Stück beiseite gelegt habe, weiss ich einen Moment weder etwas zu sagen, noch zu denken. Dies ist eigentlich ein sehr gutes Zeichen. Trotzdem kann ich mich in diesem Fall nicht ganz entscheiden.
Ich kann nicht sagen, ob ich das Stück mochte, oder nicht. In einer Sache bin ich mir aber sehr sicher: Ich habe gelitten; mitgelitten. Werthers Schicksal und die dramatische Inszenierung seines Weges in den Tod ziehen einen definitiv in einen Bann, auch wenn ich das Gefühl habe, dass ich zwischendurch wohl eher auch gelitten habe, weil das Buch doch auch etwas langweilig war.
Mir persöhnlich hat der epochentypische Einsatz der Natur sehr gefallen.
Ich mochte, wie einem eine Stimmung oder Gefühle durch eine simple Beschreibung erzeugt und vermittelt wurden.
Gerade weil die Sprache für mich eher etwas befremdlich und künstlich wirkt, berührte mich die Beschreibung z.B eines Sturms deutlich mehr als nur die geschriebene Handlungen der leidenden Person.
Was mir weniger Gefallen hat war, dass für mich die Person Werhter unsympathische Charaktereigenschaften an den Tag legte, auch wenn diese wahrscheinlich bewusst so gewählt wurden. Unsympathisch in dem Sinne, dass er, obwohl das auch Teil der Geschichte ist, übertrieben handelte.
Zwischendurch hätte ich ihm gerne mal in den Hintern getreten und ihm gesagt, er solle sich doch einmal zusammenreissen.
Ich denke, dass die Idee hinter der Geschichte, eine leidende Person zu begleiten und ihren Leidensweg mitzuverfolgen und vor allem mitzufühlen, durchaus auch mit einem spannenderen Rahmen (damit meine ich die Situation mit Lotte, die, meiner Meinung nach, nicht so speziell dramatisch war) funktioniert hätte. Wahrscheinlich war dies dem Autor ganz einfach nicht wichtig oder er wollte eben sein Leben festhalten.
Alles in Allem kann ich sagen, dass dieses Buch, auch wenn ich mich oft nicht wirklich darauf konzentrieren konnte, eine gute Erfahrung war. Ich fand es gut, dass wir es in der Schule zusammen gelesen haben, weil ich dies privat wahrscheinlich nicht gemacht hätte.
"Die Leiden des jungen Werhter" hat auch mit den kleinen Schwächen und vielleicht auch gerade mit ihnen eine Faszination.
Sonntag, 11. März 2012
Wer ist Wilhelm? (aus Goethe`s "die Leiden des jungen Werther)
Ich möchte mich im folgenden Text mit Wilhelm aus "die Leiden des jungen Werther" beschäftigen und dabei anfangs eine These aufstellen: Ich glaube, dass Wilhelm als Person im Buch nicht existiert. Mit nicht existiert, meine ich, dass er nicht wichtig ist. Ich denke, dass es nicht Goethe`s Absicht war, dass der Leser sich Gedanken zu seiner Person bzw. zu seiner Persöhnlichkeit macht. Wilhelm ist nur ein Mittel um das Buch realistisch zu machen. Der Brief ist das Werkzeug Goethe`s und deshalb braucht man mindestens einen Namen als Empfänger, auch wenn dieser, meiner Meinung nach, sonst bewusst keinen wirklichen Einfluss auf die Geschichte hat.
Basierend auf dieser Überlegung habe ich eine Recherche gemacht und verschiedenste Informationen über Wilhelm gesammelt. (Die erwähnten Texte wurden von verschiedensten Personen verfasst, die sich selbst an eine Interpretation wagten und können somit nicht als sichere Quellen angesehen werden!-Sie dienten mir jediglich als neue Anhaltspunkte und Sichtweisen.)
Das Buch dreht sich um die Leidensgeschichte von einem gewissen "Werther". Der Autor, Goethe, benutzt dazu ein sehr interessantes Mittel: den Brief.
Dem Leser wird eine "künstliche" Sammlung von Briefen Werhter`s an seinen Freund Wilhelm vorgesetzt. Die Sammlung, die der Leser vor sich hat, scheint aber nicht komplett zu sein. Es sind nur Briefe von Werhter an Wilhelm vorhanden, jedoch keine, die von Wilhelm verfasst wurden. Meiner Meinung nach, hat dies auch einen oder mehrere Gründe.
Goethe will die Geschichte Werther`s auf eine neue, spannende und auch etwas geheimnisvolle Weise erzählen. Wilhelm spielt dabei eigentlich keine Rolle. Er wirkt fast unsichtbar. Der Fokus soll voll und ganz auf Werhter und dessen dramatische Entwicklung liegen. Wenn Antwortbriefe von Wilhelm aufgeführt wären, würde man den Fluss unterbrechen, der durch die ansteigende Dramatik und Vezweiflung entstehen. Für mich wirkt das Buch von Brief zu Brief immer stärker, wie ein Sog. Es wäre gut möglich, dass dieser durch Antwortbriefe zerstört würde und dem Leser wieder mehr Abstand zur ganzen Geschichte und vor allem zur Einzelperson Werhter geben würde.
Interessant fand ich einen Text über das Buch, in dem der Verfasser schreibt, dass Wilhelm so spärlich beschrieben sei und seine Antworten nur teilweise in den Briefen Werther`s zu erahnen seien, um den Leser in seine Position zu versetzen. (Quelle: http://benwahler.tripod.com/wertherd.htm am 11.03.12 um 13:06)
Diese Idee ist in etwa das Gegenteil von meiner. Ich denke nämlich, dass man sich, weil Wilhelm fast schon übergangen wird, in Werther versetzen muss. Nur er scheint in der Geschichte wichtig zu sein. Als Hauptperson, als Verfasser der Briefe, als Sichtweise auf das Geschehen. Meinen "Verdacht" könnte man, durch die verschiedensten Parallelen zu Goethe selbst und Werther, noch bestärken. (siehe zum Beispiel: http://deutschkursd2.wordpress.com/2009/03/25/werther-als-autobiographie-goethes-%E2%80%93-parallelen-zwischen-werther-und-goethe/)
Goethe will, dass der Leser sich in sein bzw. in das Innerste des leidenden Werhter`s versetzt und ihn versteht und bemitleidet.
Weiterhin fragte ich mich, eben weil diese Parallelen vorhanden sind, ob es vielleicht doch eine Person in Goethes realem Leben gab, die Wilhelm im Buch verkörpen könnte. Dazu bin ich ebenfalls auf einen sehr interessanten Text gestossen, in dem es heisst, Goethe sei sehr schockiert über einen Selbstmord eines gewissen Karl Wilhelm Jerusalem gewesen sein, der sich wegen einer Frau erschoss.
(Quelle: http://www.meinebibliothek.de/Texte2/html/goethe.html , am 11.03.12, um 13:19)
Sollte dieser Karl Wilhelm, neben Goethes eigenem Leben, die Inspiration für Goethes Werk gewesen sein? Ist somit die Figur Wilhelm, die im Buch der Freund Werhter`s ist, eine Art Widmung?
Diese Fragen kann man wohl nicht beantworten und obwohl sie auch sehr spannend sind, belegen sie meine These, dass Wilhelm nicht relevant ist für die Geschichte noch lange nicht, auch wenn es einen Franz Wilhelm gegeben hat und auch wenn dieser Goethe inspirierte.
Um zu einem Ende zu kommen, stelle ich mir noch einmal die Frage: Wer ist Wilhelm?
Man könnte sagen, ich hätte mich in dieser Recherche nur im Kreise gedreht, denn ich bin immer noch fast der gleichen Meinung, die ich am Anfang dieses Textes formulierte. Dies stimmt aber nicht ganz. Für mich bleibt Wilhelm eine Art Phantom in diesem Buch, da er, meiner Meinung nach, bewusst irrelevant ist und seine Antwortbriefe, dem Text wirkungsmässig geschadet hätten. Trotzdem haben mich die verschieden Quellen soweit beeinflusst, dass ich mir mehr Gedanken über ihn mache, und mich wiederum frage, ob genau dies vielleicht doch die Absicht Goethe`s war.
Ob bewusst oder unbewusst. Wilhelm scheint, obwohl fast inexistent, interessant zu sein.
Basierend auf dieser Überlegung habe ich eine Recherche gemacht und verschiedenste Informationen über Wilhelm gesammelt. (Die erwähnten Texte wurden von verschiedensten Personen verfasst, die sich selbst an eine Interpretation wagten und können somit nicht als sichere Quellen angesehen werden!-Sie dienten mir jediglich als neue Anhaltspunkte und Sichtweisen.)
Das Buch dreht sich um die Leidensgeschichte von einem gewissen "Werther". Der Autor, Goethe, benutzt dazu ein sehr interessantes Mittel: den Brief.
Dem Leser wird eine "künstliche" Sammlung von Briefen Werhter`s an seinen Freund Wilhelm vorgesetzt. Die Sammlung, die der Leser vor sich hat, scheint aber nicht komplett zu sein. Es sind nur Briefe von Werhter an Wilhelm vorhanden, jedoch keine, die von Wilhelm verfasst wurden. Meiner Meinung nach, hat dies auch einen oder mehrere Gründe.
Goethe will die Geschichte Werther`s auf eine neue, spannende und auch etwas geheimnisvolle Weise erzählen. Wilhelm spielt dabei eigentlich keine Rolle. Er wirkt fast unsichtbar. Der Fokus soll voll und ganz auf Werhter und dessen dramatische Entwicklung liegen. Wenn Antwortbriefe von Wilhelm aufgeführt wären, würde man den Fluss unterbrechen, der durch die ansteigende Dramatik und Vezweiflung entstehen. Für mich wirkt das Buch von Brief zu Brief immer stärker, wie ein Sog. Es wäre gut möglich, dass dieser durch Antwortbriefe zerstört würde und dem Leser wieder mehr Abstand zur ganzen Geschichte und vor allem zur Einzelperson Werhter geben würde.
Interessant fand ich einen Text über das Buch, in dem der Verfasser schreibt, dass Wilhelm so spärlich beschrieben sei und seine Antworten nur teilweise in den Briefen Werther`s zu erahnen seien, um den Leser in seine Position zu versetzen. (Quelle: http://benwahler.tripod.com/wertherd.htm am 11.03.12 um 13:06)
Diese Idee ist in etwa das Gegenteil von meiner. Ich denke nämlich, dass man sich, weil Wilhelm fast schon übergangen wird, in Werther versetzen muss. Nur er scheint in der Geschichte wichtig zu sein. Als Hauptperson, als Verfasser der Briefe, als Sichtweise auf das Geschehen. Meinen "Verdacht" könnte man, durch die verschiedensten Parallelen zu Goethe selbst und Werther, noch bestärken. (siehe zum Beispiel: http://deutschkursd2.wordpress.com/2009/03/25/werther-als-autobiographie-goethes-%E2%80%93-parallelen-zwischen-werther-und-goethe/)
Goethe will, dass der Leser sich in sein bzw. in das Innerste des leidenden Werhter`s versetzt und ihn versteht und bemitleidet.
Weiterhin fragte ich mich, eben weil diese Parallelen vorhanden sind, ob es vielleicht doch eine Person in Goethes realem Leben gab, die Wilhelm im Buch verkörpen könnte. Dazu bin ich ebenfalls auf einen sehr interessanten Text gestossen, in dem es heisst, Goethe sei sehr schockiert über einen Selbstmord eines gewissen Karl Wilhelm Jerusalem gewesen sein, der sich wegen einer Frau erschoss.
(Quelle: http://www.meinebibliothek.de/Texte2/html/goethe.html , am 11.03.12, um 13:19)
Sollte dieser Karl Wilhelm, neben Goethes eigenem Leben, die Inspiration für Goethes Werk gewesen sein? Ist somit die Figur Wilhelm, die im Buch der Freund Werhter`s ist, eine Art Widmung?
Diese Fragen kann man wohl nicht beantworten und obwohl sie auch sehr spannend sind, belegen sie meine These, dass Wilhelm nicht relevant ist für die Geschichte noch lange nicht, auch wenn es einen Franz Wilhelm gegeben hat und auch wenn dieser Goethe inspirierte.
Um zu einem Ende zu kommen, stelle ich mir noch einmal die Frage: Wer ist Wilhelm?
Man könnte sagen, ich hätte mich in dieser Recherche nur im Kreise gedreht, denn ich bin immer noch fast der gleichen Meinung, die ich am Anfang dieses Textes formulierte. Dies stimmt aber nicht ganz. Für mich bleibt Wilhelm eine Art Phantom in diesem Buch, da er, meiner Meinung nach, bewusst irrelevant ist und seine Antwortbriefe, dem Text wirkungsmässig geschadet hätten. Trotzdem haben mich die verschieden Quellen soweit beeinflusst, dass ich mir mehr Gedanken über ihn mache, und mich wiederum frage, ob genau dies vielleicht doch die Absicht Goethe`s war.
Ob bewusst oder unbewusst. Wilhelm scheint, obwohl fast inexistent, interessant zu sein.
Samstag, 3. März 2012
Willhelms Anwort auf Werthers Brief: Am 26. Julius
Mein teurer Freund,
mir scheint, das Frauenzimmerchen habe dir die Vernunft geraubt. Du erliegst dem süssen Charme Lottens. Nehme dich in Acht, vor den Tücken des schönen Geschlechts, können sie dir doch deine Sinne trüben. Gott möge dir helfen, oh leidender, treuer Freund. Neige dich der Sonne zu, denn die wahre Schönheit liegt in der Natur.
mir scheint, das Frauenzimmerchen habe dir die Vernunft geraubt. Du erliegst dem süssen Charme Lottens. Nehme dich in Acht, vor den Tücken des schönen Geschlechts, können sie dir doch deine Sinne trüben. Gott möge dir helfen, oh leidender, treuer Freund. Neige dich der Sonne zu, denn die wahre Schönheit liegt in der Natur.
Mittwoch, 18. Januar 2012
Meine Fabel-Die Hauskatze und der Strassenhund
Ein Strassenhund schaute um die Weihnachtszeit durch ein Küchenfenster. Er erblickte eine niedliche alte Dame, die einen Teller mit Fleisch füllte. Eine dicke Katze schlief hinter ihr vor dem Kamin. Die alte Dame sang ein weihnachtliches Lied und dekorierte den Teller zärtlich mit kleinen pfotenförmigen Katzenleckerlis. "Was für ein wundervolles Herrchen diese Katze doch hat!" , dachte der Strassenhund und zitterte dabei vor Kälte. Er schmunzelte. "Dies muss die glücklichste Katze der Welt sein!"
Als die alte Frau der Katze den randvollen Teller vor die Nase stellte, öffnete diese gerade mal halb die Augen, musterte das Fleisch, nahm einen winzigen Bissen, den sie sofort wieder ausspuckte und fauchte. Die alte Dame war enttäuscht.
Das Fleisch landete im Abfall und die Frau ging eilig davon, um neues zu kaufen.
Als die alte Frau der Katze den randvollen Teller vor die Nase stellte, öffnete diese gerade mal halb die Augen, musterte das Fleisch, nahm einen winzigen Bissen, den sie sofort wieder ausspuckte und fauchte. Die alte Dame war enttäuscht.
Das Fleisch landete im Abfall und die Frau ging eilig davon, um neues zu kaufen.
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