Ich las Andorra vor ca. einem halben Jahr. Wir hatten den Auftrag bekommen dieses kleine, so unbedeutend aussehende Taschenbuch in der Schule zu lesen.
Ich bekam also eines der Exemplare: Andorra, Stück in zwölf Bildern, Max Frisch.
Ehrlich gesagt klang dis für mich nicht sonderlich interessant und ich stellte mich auf einen relativ langweiligen Unterricht ein.
Schliesslich begannen wir zu lesen.
In langen Dialogen erzählt Max Frisch von Andri, dem Juden, der nur wegen seinem "Judensein" als anders angesehen wird. Er wird zwar nicht sonderilch schlecht behandelt, aber doch immer nicht wie die Anderen. Dises Gefühl des Nicht-dazugehörens begleitet einem das ganze Buch hindurch und man fühlt dem Jungen richtig nach. Ich verstand nicht richtig was mein Leher damit meinte als er sagte: "Dieses Buch gehört zu den besten der deutschen Literatur."
Erst Wochen später als ich es schon längst fertig gelesen hatte, begann ich über die Geschichte und das Schicksal dieses Jungen nachzudenken.
Ich stellte mir Fragen um Fragen:
Wieso machte niemand den Mund auf, als Andri verurteilt wurde, einen Mann getötet zu haben, obwohl dies gar nicht möglich war? Warum war die Menschlichkeit der Dorfbewohner nicht grösser als ihre eigene Angst? War es denn gerecht gewesen diesem Jungen das Andersein beinahe aufzudrängen? War er es nicht der am menschlichsten war? Und vorallem stellte sich mir die Frage:
Ist es nicht Heute genau so?
Wir alle wissen von den Kriegen, von der Brutalität, die täglich auf unserer Welt geschehen. Hier, dort und überall. Ob direkt vor unseren Augen oder meilenweit entfernt; wir wissen davon! Und doch ändert sich nichts. Ich denke Max Frisch hat sich genau diese Fragen auch gestellt und er versuchte genau mit diesem Buch all diese Gedanken auszusprechen, um uns endlich aufzuwecken. Diese Geschichte ist zeitlos, denn die Menschen werden wahrscheinlich nie daraus lernen und so werden sie für immer teil dieser Geschichte sein.
Wenn man mich fragen würde: "Magst du "Andorra"?", würde ich wahrscheinlich mit nein antworten. Ich mag die Geschichte nicht, sondern den Gedanken dahinter.
Andorra..so alt und doch so neu.
Es ist dein Blog und du darfst ihn gestalten, wie du möchtest. Hinsichtlich Lesbarkeit ist orange-fett-kursive Schrift auf Leuchtgrün aber nicht die glücklichste Wahl.
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