Sonntag, 20. März 2011

Theaterbesuch: "die Panne" eine Reflexion

Vergangene Woche besuchte ich zum ersten mal das Schauspielhaus. Ich freute mich sehr auf die Vorstellung und wurde nicht enttäuscht.
Das Stück gefiel mir sehr gut!

Der Anfang:

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass der Anfang so gestaltet sein würde. Die Lösung mit den Stimmen und Geräuschen, statt richtigen Schauspielern und Requisiten auf der Bühne kam überraschend. Ich muss aber sagen, dass ich die Lösung sehr geschickt fand. So konzentrierte man sich von Anfang an auf die Persöhnlichkeit Trap`s und auf seinen ständigen Begleiter: die Panne.

Die Schauspieler:

Ich denke ich kann, auch wenn ich nich allzu viel Erfahrung habe sagen, dass keiner der Schauspieler abgefallen ist. Sie waren allesamt hervorragend. Ich würde mich schwer daran tun, zu sagen wer jetzt nun der Schlechteste der Guten war, denn ich fand wirklich alle perfekt in ihren Rollen.

Requisiten, Bühnenbild, Licht & Musik:

Auch hier kann ich nur Loben. Das Bühnenbild beeindruckte und die Requisiten waren schlicht aber durchaus ausreichend.
Das Licht war meiner Meinung nach in Verbindung mit der Musik Spannung pur. Sie unterstrichen wichtige Szenen und hoben kleine Momente, die man vielleicht sonst anders wahrgenommen hätte, gezielt hervor.
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass mir in dem Stück manchmal etwas mulmig zumute war. Ich war froh, hatte ich Cristiana und Camilla neben mir.

Inszenierung:

Ich fand die Inszenierung extrem gut. Obwohl ich das Stück nicht vollständig kannte, hätte ich es mir anders vorgestellt. Mir war nicht klar, wie viel man aus dieser Geschichte herausholen kann. Die einzelnen Charakteren harmonisierten mit einander und mit der Geschichte. Man fühlte sich in das Stück hineingezogen. Auch hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich so viel lachen würde. Hauptsächlich lag das am Bizarren des Stückes. Es war die perfekte Mischung aus Komödie und Tragödie. Obwohl man viel gelacht hatte und einige Szenen leicht ironisch oder sarkastisch daherkamen, blieb mir die Geschichte, die im Grunde sehr tragisch ist. Ich konnte, als ich den Saal verliess, nicht auffhören zu denken, wie schlimm die Geschichte eigentlich ist. Ich weiss, dass man ihn, wenn man genug lange auf einen Menschen einredet, in irgendeine Position bringen kann und dass er an jegliche Dinge zu glauben beginnt, wenn man ihn nur genug lange damit konfrontiert. Dieser Fakt macht mir zu schaffen, er macht mir Angst; nicht zuletzt auch, weil jeder von uns wahrscheinlich schon eimal in eine solche Situation gekommen ist.

Im Grossen und Ganzen hat mich der Theaterbesuch schwer beeindruckt.
Das einzige winzige Kriterium, dass ich anzumerken hätte wäre, dass mir die Pause gefehlt hat.
Ich kann nicht sagen, ob das Stück dann vielleicht weniger gewirkt hätte, doch gegen Schluss wurden die Sitze dann doch ziemlich unbequem und ich sehnte mich nach dem Ende.

Sonntag, 13. März 2011

angesteckt

Personen:
-Geschäftsmann: Kravatte, Anzug, Aktenkoffer, übergewichtig, Halbglatze, Brille
-seine Frau: zierlich, blond, gepflegt, goldene Lesebrille mit Kette daran, Ipad auf dem Schoss
-Katja Walder: sitzt diagonal zum Geschäftsmann, Zeitung lesend, Hauptfigur

Geschäftsmann sitzt gespannt da, mit Ellbogen auf die Knie gestützt.
Seine Frau liest, mit dem Zeigefinger gestikulierend, auf dem Ipad die erste Frage vor:
"Ok Frag 31, die chasch!"

Katja Walder wirft den beiden einen unauffälligen aber interessierten Blick zu und schaut wieder zurück auf ihre Zeitung. Man merkt, dass sie ab jetzt mithört.

Frau: "Wie oft gewann Michael Ballack bis jetzt die Wahlen zum Fussballer des Jahres?"

Der Geschäftsmann hebt die Hand ans Kinn und sagt nach einem wissenden Nicken:

"Dreimal" Nach einem weiteren, diesmal bestätigendem Nicken wiederholt er: "Dreimal!"

Ehefrau lächelt zufrieden und sagt: "Saubi. Richtig. Nächste Frage."

Katja Walder schaut mittlerweile ziemlich auffällig zu den beiden rüber, man merkt, dass sie die Fragen selbst auch zu erraten versucht.

Katja Walders Handy klingelt. Sie hebt ab und diskutiert. Scheinbar mit einer Bekannten.

Nach einer weile legt sie auf.

Die Ehefrau ist jetzt richtig aufgedreht und auch der Geschäftsmann lächelt siegessicher.

Ehefrau: "Wie lauten die Ruf- und Künstlernamen folgender Herren: Artur Antunes Coimbra und Luis Nazario de Lima?"

Geschäftsmann wird sichtlich nervös, antwortet jedoch schnell.

Geschäftsmann: "Pele, der zweite ist Pele!"

Ehefrau runzelt besorgt die Stirn.

Ehefrau: "Nicht so schnell Spätzchen."

Sie liest die Frage noch einmal vor. Diesmal sehr deutlich und drängend.

Geschäftsmann: "Eusebio,.. einer von beiden ist Eusebio."

Frau schüttelt entmutigt den Kopf.

Der Geschäftsman wischt sich über die Stirn und lehnt sich noch weiter nach vorne.

Geschäftsmann: "Frag noch eine, Liebes!-Die war jetzt auch unglaublich schwer, das weiss doch niemand!"

Katja Walder amüsiert sich ab dem verbissenen Pärchen und steigt aus.

Sie zückt Handy und ruft Bekannte von vorhin an.

Katja Walder: "Du, weisst du wie viel mal Michael Ballack bisher....

Mittwoch, 2. März 2011

Ich und Theater

Ich muss gestehen, dass ich noch nie im Theater war. Jedoch war ich bereits in einigen Musicals und in einer Schulaufführun des Freudenbergs, ausserdem spielte ich in zweien mit.
Das erste Mal in der dritten Primarschule. Ich spielte Petrus, die Hauptrolle; und ich liebte es. Das zweite Mal spielte ich den dusseligen Assistenten des Komissars in einem Krimi. Dies war in der sechsten Klasse, auch dieses Projekt machte mir unglaublich viel Spass. Ich bewunderte jene, welche sich perfekt in die Rolle hineinversetzen konnten und ärgerte mich unglaublich über jene, welche monoton und ohne jegliches Gefühl vor sich hin leierten.
Ich glaube, dass ein Theater die Menschen stark berühren kann, wenn es gut ist. Es regt einen zum Nachdenken an, man leidet mit den Rollen mit.
Theater zu spielen ist nicht leicht. Das Bühnenbild, die Rollen und ihre Kostüme müssen harmonieren. Ist ein Schauspieler schlecht, so zieht er das ganze Stück in den Dreck.

Was ich mit alle dem sagen will, ist, dass das Theater eine unglaublich interessante und komplexe Kunstform ist. Genau deshalb würde ich mir wirklich wünschen, dass wir in diesem Semester nich nur die Gelegenheit bekommen, Theaterstücke zu lesen, sondern auch zu spielen.
Kleine Situationen. Ganz spontan. Wichtig wäre, dass man sich dafür wirklich 2 Lektionen Zeit nehmen könnte, denn ich glaube, dass so eine Aufgabe einerseits viel Spass machen würde, andererseits aber auch eine gute Übung wäre. Man könnte davor eine Lektion über das effektive Auftreten eines Schauspielers sprechen. Wie muss ich mich präsentieren? Auf was muss ich alles achten? Gibt es Regeln?
Ich denke, diese Übung würde einem klar machen, wie schwer es ist zu spielen, wie viel man mit kleinen Dingen, wie der Lautstärke der Stimme, Körpersprache usw. bewirken kann und dass die Welt des Theaters keine Grenzen kennt. Man kann für einige Minuten in die Haut eines andern schlüpfen.

Wie bereits erwähnt, wünsche ich mir, dass wir Stücke zusammen lesen und über sie diskutieren. Auch dafür sollte Zeit sein, denn es ist meiner Meinung nach, sehr wichtig Stücke zu lesen (und zwar zusammen) um eine Vorstellung zu bekommen, was ein Drama ausmacht.
Ich kenne selbst keine Stücke, ich würde mich jedoch dafür interessieren und ich bin mir sicher, dass Theaterstücke sehr viel Diskusionsstoff liefern.

Weiterhin wäre es auch interessant kleine Stücke zu schreiben, um sie dann in der Klasse zu spielen und die Rethorik als Thema miteinzubeziehen.

Ich freue mich auf ein Semster "Theater", wenn es einem dadurch nähergebracht wird und man es selbst "erlebt". Praktisch und vielleicht, weil es sein muss, ein kleines kleines Bisschen theoretisch.=)