Schlafes Bruder vs. Das Parfum
Ich wage mich an einen Vergleich zwischen Elias Alder( Schlafes Bruder) und Jean-Baptiste Grenouille ( Das Parfum ).
Auf den ersten Blick scheinen sie sehr ähnlich zu sein. Beide besitzen ein aussergewöhnliches Talent: Elias ein überdurchschnittlich scharfes Gehör und Grenouille ein extrem ausgebildetes Riechvermögen. Die Frage, ob diese Talente nun ein Geschenk sind oder nicht, lasse ich aussen vor, denn ich denke man kann sie nicht beantworten.
Beide Personen sind also definitiv anders, beide finden ein eindrückliches und warscheinlich auch schockierendes Ende und beide lieben. Doch hier beginnen sie sich stark zu unterscheiden. Während Elias eine Frau liebt und sich schlussendlich ihretwegen zugrunde richtet und sein Talent auf dem höchsten Punkt aufgibt, liebt Grenouille niemals etwas menschliches, er liebt nur eines: sein Genie. Zur Kindheit: Elias hatte eine sehr harte Kindheit, auch Grenouille musste kämpfen, doch anders als Elias sucht er niemals Liebe. Er trauert nicht um seine Eltern, er fragt nicht einmal nach ihnen. Er bemüht sich um keinerlei Zuneigung. Elias hingegen will geliebt werden, er pflegt eine Freundschaft und liebt von ganzem Herzen eine Frau. Dies sind kleinere Unterschiede, der wesentlichste aber ist, meiner Meinung nach, dass Grenouille,vielleicht unbewusst, böses tut, um sein Talent auszuleben. Elias nutzt sein Talent, in dem er Orgel spielt. Er komponiert und beeindruckt die Massen, ebenso wie auch Grenouille. Auch wenn ich nicht glaube, dass Elias für die Menschen allgemein spielt, sondern nur für seine Angebetete, schadet er nie jemandem, sondern bereichert die Leute.
Grenouille erhält schlussendlich was er will. Er kreiert den Duft der Jungfrau, ein Duft der Menschen kirre macht. Elias aber bekommt die Liebe seines Lebens nicht. Er tötet sich auf grausamste Weise selbst.
Fazit: Grenouille macht vor nichts halt, um seine Vision zu verwirklichen, die Menschen sind nur Schachfiguren für ihn, er schiebt sie herum wie er will, er herrcht über sie und ist sich dessen bewusst. Er hasst die Menschen, weil sie sich so einfach täuschen und beeinflussen lassen. Er ist ganz klar egoistisch. Er kennt keine Zuneigung und er sucht sie nicht. Er sieht sich ganz klar als etwas Anderes, etwas Besseres. Was er nicht bekommt, dass nimmt er sich mit Gewalt.
Elias wurde mit seinem Talent nicht geboren. Er lebt nicht für sein Talent, sondern für seine Liebe zu einer Frau. Er geht daran zu Grunde, dass er anders ist, dass man ihn nicht liebt. Ausserdem stellt er seine Gabe hinten an und verzichtet schlussendlich sogar auf sie.
Elias lebt und stirbt für die Liebe. Sein Talent begleitet und formt ihn, beherrscht ihn aber nicht. Er will normal sein, kämpft gegen sich selbst. Selbst als ihm alles genommen wurde, wofür er lebte, liebte er weiter, ohne aber jemals daran zu denken, sich einfach zu nehmen, was er will.
Sonntag, 27. Juni 2010
Modularbeit "das Parfum" 1
Vorher - nachher - Text
Nun war es bestimmt. Wir würden den Roman „das Parfum“ von Patrick Süskind lesen. Es war der erste Text, den ich in der Schule lesen sollte, auf den ich mich auch wirklich freute bzw. den ich freiwillig lesen würde.
Ich hatte den Film vor geraumer Zeit gesehen und sogar schon einmal ein bisschen im Hörbuch geschnuppert. Jenes hatte ich aber ziemlich schnell wieder weggelegt, da es so trocken gesprochen war, dass ich beinahe einschlief. Ich hatte also eigentlich nicht gerade gute Erfahrungen mit der Geschichte gemacht. Auch der Film überzeugte mich nicht ganz. Obschon ich bereits damals von der Fantasie des Autors begeistert war.
Doch ich war, wie schon anfangs erwähnt, durchaus positiv eingestellt. Das lag wohl hauptsächlich daran, dass meine Mutter ziemlich begeistert von dem Buch war. Man glaube die Dinge zu riechen, die beschrieben werden, erzählte sie mir immer und immer wieder.
Vom Film war mir nicht viel geblieben. Eigentlich nur die Szene, in der Laure getötet wird und die Orgie mit dem bitter süssen Ende Grenouilles. Ich war gespannt. – War jener Schluss wirklich so skurril, wie ich ihn in Erinnerung hatte? Ich erwartete vor allem eins: viele Morde!
Und was bekam ich?
Ich hatte mich getäuscht. Der Roman war viel mehr das Portrait eines Genies, als ein Krimi. Die zahlreich erwarteten Morde kamen erst gegen Schluss des Buches. Im Zentrum der Erzählung stand kein Verbrechen, (die Morde werden allgemein nicht wirklich als Verbrechen dargestellt) sondern die Person Grenouille, ob Monster, ob Wunderkind. Ich war positiv überrascht. Der Autor hatte eine unglaublich spannende, gleichzeitig schreckliche, als auch bewundernswerte Figur erschaffen: Jean-Baptiste Grenouille.
Der Roman spaltet die Gefühle des Lesers immer wieder. Man wusste nicht mehr, ob man diesen Grenouille nun abstossend oder einfach nur genial fand, oder musste man ihn gar bemitleiden? – Würde er überhaupt bemitleidet werden wollen? Ich finde der Autor hat einen Roman geschrieben, der einen zum nachdenken anregt, der einen blitzschnell von pro wieder zu kontra katapultiert und der ganz einfach fasziniert.
Nun war es bestimmt. Wir würden den Roman „das Parfum“ von Patrick Süskind lesen. Es war der erste Text, den ich in der Schule lesen sollte, auf den ich mich auch wirklich freute bzw. den ich freiwillig lesen würde.
Ich hatte den Film vor geraumer Zeit gesehen und sogar schon einmal ein bisschen im Hörbuch geschnuppert. Jenes hatte ich aber ziemlich schnell wieder weggelegt, da es so trocken gesprochen war, dass ich beinahe einschlief. Ich hatte also eigentlich nicht gerade gute Erfahrungen mit der Geschichte gemacht. Auch der Film überzeugte mich nicht ganz. Obschon ich bereits damals von der Fantasie des Autors begeistert war.
Doch ich war, wie schon anfangs erwähnt, durchaus positiv eingestellt. Das lag wohl hauptsächlich daran, dass meine Mutter ziemlich begeistert von dem Buch war. Man glaube die Dinge zu riechen, die beschrieben werden, erzählte sie mir immer und immer wieder.
Vom Film war mir nicht viel geblieben. Eigentlich nur die Szene, in der Laure getötet wird und die Orgie mit dem bitter süssen Ende Grenouilles. Ich war gespannt. – War jener Schluss wirklich so skurril, wie ich ihn in Erinnerung hatte? Ich erwartete vor allem eins: viele Morde!
Und was bekam ich?
Ich hatte mich getäuscht. Der Roman war viel mehr das Portrait eines Genies, als ein Krimi. Die zahlreich erwarteten Morde kamen erst gegen Schluss des Buches. Im Zentrum der Erzählung stand kein Verbrechen, (die Morde werden allgemein nicht wirklich als Verbrechen dargestellt) sondern die Person Grenouille, ob Monster, ob Wunderkind. Ich war positiv überrascht. Der Autor hatte eine unglaublich spannende, gleichzeitig schreckliche, als auch bewundernswerte Figur erschaffen: Jean-Baptiste Grenouille.
Der Roman spaltet die Gefühle des Lesers immer wieder. Man wusste nicht mehr, ob man diesen Grenouille nun abstossend oder einfach nur genial fand, oder musste man ihn gar bemitleiden? – Würde er überhaupt bemitleidet werden wollen? Ich finde der Autor hat einen Roman geschrieben, der einen zum nachdenken anregt, der einen blitzschnell von pro wieder zu kontra katapultiert und der ganz einfach fasziniert.
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